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Steht Putin in der Ukraine vor seinem „Stalingrad“?

Der katholische Großerzbischof Schewtschuk berichtet von verminten Regionen, Zwangsrekrutierungen und wachsender Widerstandskraft.
Zerstörungen in der Ukraine durch russische Angriffe.
Foto: IMAGO/Sergey Baturin (www.imago-images.de) | Zerstörungen in der Ukraine durch russische Angriffe. Erzbischof Schewtschuk fordert die russischen Kriegsverbrechen zu dokumentieren.

Die Beschreibung der Ukraine als Land „der Berge von Leichen, Flüsse von Blut und als Meer von Tränen“ sei ihm ständig vor Augen, sagt das Oberhaupt der mit Rom unierten Katholiken des byzantinischen Ritus in der Ukraine, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Entlang der gesamten Frontlinie werde heftig gekämpft, vor allem in zwei Städten der Region Donezk, in Bakhmut und Avdiivka. „Manche nennen Bakhmut bereits ein neues Stalingrad, nach dem der Feind wahrscheinlich gezwungen sein wird, aus unserer Heimat zu fliehen. Aber unsere Frauen und Männer, die dort die Verteidigung übernehmen, bitten uns, für sie zu beten“, so Schewtschuk in seiner aktuellen Videobotschaft.

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Die ukrainischen Streitkräfte rücken nach Angaben des Großerzbischofs langsam in die Region Luhansk vor, obwohl die russische Armee das Territorium vermint hat. Die Ukraine sei heute „das am stärksten mit verschiedenen Sprengstoffen verseuchte Gebiet der Welt“. Schewtschuk wörtlich: „Jeden Tag legt der Feind Tausende von Minen und Bomben ins ukrainische Land, als zukünftige Keimzellen des Todes.“

Widerstandskraft wächst weiter

In Melitopol beginne die russische Okkupationsarmee mit der Zwangsmobilisierung der ukrainischen Bürger und zwinge sie, zu den Waffen zu greifen. „Dies ist eine andere Art von Kriegsverbrechen, ein Verstoß gegen das Völkerrecht und alles, was wir heute Rechtsstaatlichkeit nennen können“, so Großerzbischof Schewtschuk. Gleichzeitig wachse die Widerstandskraft des ukrainischen Volkes weiter. „Solidarität und gegenseitige Unterstützung nehmen ein noch nie dagewesenes Ausmaß an.“

Schewtschuk bedankt sich in seiner Videobotschaft bei allen, die in den internationalen Strukturen Verantwortung tragen und der Ukraine helfen, russische Kriegsverbrechen zu dokumentieren. Zuletzt sei am Mittwoch ein Bericht der Vereinten Nationen über Massenhinrichtungen von Zivilisten in der Ukraine veröffentlicht worden. Darin werde dokumentiert, dass in drei besetzten Regionen der Ukraine in den ersten sechs Wochen der russischen Besatzung 441 Zivilisten getötet wurden.

Kommunismus wirkt in russischer Ideologie weiter

Es sei wichtig, alle Verbrechen zu dokumentieren, um sie offiziell vor einem internationalen Tribunal verurteilen zu können. „Ohne Dokumentation und Verurteilung von Verbrechen wird es unmöglich sein, in der Ukraine Frieden zu schaffen. Ohne die Namen der Mörder zu nennen und die Opfer zu ehren, ist es unmöglich, über den Prozess der Versöhnung zwischen den Völkern zu sprechen“, so das Oberhaupt der unierten ukrainischen Katholiken.

Großerzbischof Schewtschuk argumentiert: „Die Nazi-Verbrechen wurden bei den Nürnberger Prozessen verurteilt, die Verbrechen des Kommunismus nicht. Darum tötet die kommunistische Ideologie weiter, die sich wie eine Hydra in der modernen russischen Ideologie verändert. Wir müssen alles tun, um diese Kette blinder Gewalt zu stoppen, um diesen gotteslästerlichen Krieg gegen die Menschen zu beenden, der sich heute in der Ukraine abspielt.“ DT/sba

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