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Ukrainische Kirche gegen Gebietsabtretungen

Großerzbischof Schewtschuk stellt in Videobotschaft klar: „Wir verhandeln nicht über unsere Territorien“.
Swjatoslaw Schewtschuk lehnt Gebietsabtretungen entschieden ab
Foto: IMAGO/Yevhen Kotenko (www.imago-images.de) | Der Großerzbischof von Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk, lehnt Gebietsabtretungen entschieden ab.

Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland lehnt der katholische Großerzbischof von Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk, klar ab. „Die Idee, unsere Freiheit und Unabhängigkeit durch die Übergabe eines Teiles des ukrainischen Territoriums zu erlangen, um die Ambitionen des russischen Aggressors zu befriedigen, ist nicht nur eine gefährliche Utopie, sondern auch ein Mittel, um die nächste Aggression des Feindes zu begünstigen“, so der ukrainische Großerzbischof in einem aktuellen Video. „Wir verhandeln nicht über unsere Territorien.“

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Leben gegeben für die Freiheit

Der freie und unabhängige ukrainische Staat sei „eine Garantie des Friedens nicht nur für unsere Nation und ihre Bürger, sondern für den gesamten europäischen Kontinent“, meint das Oberhaupt der mit Rom unierten Katholiken des byzantinischen Ritus in der Ukraine. Das Völkerrecht sei eine Norm, „nach der die Welt durch die Gewalt des Gesetzes und nicht durch das Recht des Stärkeren regiert werden sollte“. Genau aus diesem Grund feiere die Ukraine ihre Unabhängigkeit, so Schewtschuk anlässlich des am Donnerstag bevorstehenden Unabhängigkeitstages.

Der Großerzbischof erinnerte an jene, die ihr Leben für die Freiheit des Landes geopfert haben, und betete „für diejenigen, die heute auf Kosten ihres Lebens für das Recht auf Leben und Freiheit auf dem Schlachtfeld gegen den russischen Besatzer kämpfen“. Wörtlich sagte der ukrainische Großerzbischof: „Im jüngsten historischen Kontext gewinnen wir ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von Freiheit, dafür, was es bedeutet, ein freier Mensch zu sein, und erkennen an, dass es für die Gewährleistung des Existenzrechts des ukrainischen Volkes unerlässlich ist, ein Recht auf einen eigenen Staat zu haben.“

Wahre Freiheit

Es gehe nicht nur darum, der Unterdrückung oder der Fremdherrschaft zu entkommen. „Wahre Freiheit bedeutet, für etwas frei zu sein. Wir erkennen, dass sich die höchste Form der Freiheit in der Liebe manifestiert, im Akt der Selbstaufopferung für Gott und den Nächsten.“ Ein besonderer Aspekt der christlichen Heimatliebe sei insbesondere in Kriegszeiten ein echter christlicher Patriotismus. DT/sba

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