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Renovabis: „Wir sind Aktion und keine verbeamtete Organisation“

Pfarrer Thomas Schwartz ist neuer Hauptgeschäfsführer von „Renovabis“. Das Osteuropa-Hilfswerk ist immer noch inspiriert durch Papst Johannes Paul II. und dem Psalm 104, die ihm seinen Namen gegeben haben.
Armut in Serbien
Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild) | Kinder aus benachteiligten Familien haben in Osteuropa unter den Corona-Einschränkungen vielfach zu leiden.

„Und ich rufe, ich ein Sohn polnischer Erde und zugleich Papst Johannes Paul II., ich rufe aus der ganzen Tiefe dieses Jahrhunderts, rufe am Vorabend des Pfingstfestes: Sende aus Deinen Geist! Und erneuere das Angesicht der Erde!“ – Pause – „Dieser Erde.“ Diese Worte von Papst Johannes Paul II. bei seinem ersten Polenbesuch nach seiner Papstwahl 1979 hatten historische Wirkungskraft. Einmal unmittelbar: Der polnische Papst beflügelte die polnische Opposition, schon bald begann die große Zeit von „Solidarnosc“, zehn Jahre später fiel der „Eiserne Vorhang“ endgültig.

Der Name ist Programm

Die Wirkung der Worte des heiligen Papstes wirken aber auch bis in die Gegenwart nach Deutschland hinein: Dies konnte man an den vergangenen zwei Tagen beim 25. Internationalen Kongress des Osteuropa-Hilfswerkes der deutschen Katholiken in Berlin erleben. Und am Donnerstagabend, bei einer Festveranstaltung in der Katholischen Akademie, wurde die Passage aus der Rede sogar noch einmal eingespielt.  „Renovabis“ heißt das 1993 gegründete Hillfswerk nämlich in bewusster Anlehnung an die Papst-Worte und den ihnen zugrunde liegenden Psalm 104 (Vers 30: „Renovabis faciem terrae.“ -„Du erneuerst das Antlitz der Erde“).

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Am Donnerstagabend wurde nun ein Stabswechsel in der Geschäftsführung vorgenommen: Pfarrer Professor Thomas Schwartz löst zum 1. Oktober Pfarrer Dr. Christian Hartl als Hauptgeschäftsführer ab. Alle Reden an diesem Abend unterstrichen, es ist ein Glück für das Hilfswerk, dass es so einen programmatischen Namen trägt. Man müsse ständig reflektieren: „Was bedeutet „renovabis“ für „Renovabis“?“, so der scheidende Hauptgeschäftsführer Pfarrer Christian Hartl in seiner Rede. Es gehe um ständige Erneuerung. Dabei müsse aber klar sein: Christus selbst sei es, der seinen Geist aussende und die Erde und seine Kirche erneuere. „Wir sind nur seine bescheidenen Helfer.“

Begegnung, Begegnung, Begegnung

Mit Blick auf die Aufgabe des Hilfswerkes merkte Hartl an: Es sei alarmierend, dass die Verbundenheit zu den Ländern Mittel- und Osteuropas heute geringer sei als unmittelbar nach dem Zusammenbruch des „Eisernen Vorhangs“. Und es sei auch bedenklich, dass viele Deutsche sich offenbar eher in ferne Länder hineinfühlen könnten, als die Stimmungslage bei ihren unmittelbaren Nachbarn in Mittel- und Osteuropa nachzuvollziehen. Als Gegenmittel setzt „Renovabis“ auf: „Begegnung, Begegnung, Begegnung.“  So fasste die Teilnehmerin einer Podiumsdiskussion ihre Erfahrungen mit dem Hilfswerk zusammen.

Und auch der Berliner Erzbischof Heiner Koch, der bei der Bischofskonferenzen für „Renovabis“ zuständig ist, betonte: Das Hilfswerk sei in erster Linie so etwas ein wie ein Kommunikationsmittel, das Menschen zusammenbringe und so Begegnung ermögliche. 

Hier knüpfte auch der neue Hauptgeschäftsführer Pfarrer Professor Thomas Schwartz an, der wie sein Vorgänger aus der Diözese Augsburg stammt. Zwar müsse man immer die einzelnen Erfolge der Arbeit sehen, aber ein Hilfswerk wie „Renovabis“ könne nicht Erfolge wie auf einem Konto ansammeln, so Schwartz, der auch als Honorarprofessor für Wirtschaftsethik an der Universität Augsburg lehrt. Es gelte, immer in Bewegung zu bleiben. Mit dem Heiligen Geist sei ein großer Beweger verheißen, „der uns aus Erstarrung löst und in Bewegung hält“. Für „Renovabis“ sei klar, so betonte Schwartz: „Wir sind Aktion und keine verbeamtete Organisation.“ 

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