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Migranten in Ceuta: Kirche bietet Hilfe an und warnt vor weiterer Eskalation

Angesichts der dramatischen Lage bittet die Kirche um Gebet. Ein evangelischer Pastor warnt, Nächstenliebe und den Schutz der öffentlichen Ordnung nicht gegeneinander auszuspielen.
Migranten stürmen die spanische Exklave Ceuta
Foto: IMAGO/Marcos Moreno (www.imago-images.de) | Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 49.000 Menschen innerhalb von 24 Stunden die spanische Exklave Ceuta stürmten.

Am Donnerstag stürmten nach Angaben des spanischen Fernsehens TVE zwischen 2.000 und 3.000 Menschen aus Marokko auf dem Land- und Seeweg die spanische Nordafrika-Enklave Ceuta. Bereits am Nachmittag gingen Polizeikreise laut der spanischen Zeitung „ABC“ jedoch von 20.000 bis 30.000 Menschen aus. Später berichtete „El Debate“ unter Berufung auf erste Schätzungen des Innenministeriums allerdings von „mindestens 49.000“. Auch an der Grenze zur zweiten spanischen nordafrikanischen Exklave Melilla kam es nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zu Zusammenstößen. Laut der spanischen Zeitung „ABC“ wurde nach einem Versuch einer massiven Einreise inzwischen die Grenze zwischen Melilla und Marokko geschlossen.

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Spanien verstärkte die Sicherheitskräfte in Ceuta um 200 Spezialpolizisten und 60 Soldaten. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte für Freitag einen Besuch in der Stadt an. König Felipe VI. führte Gespräche mit Sánchez sowie mit Ceutas Präsident Juan Jesús Vivas über die Lage. 

19 Migranten tot aus dem Meer geborgen

Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen 19 Tote aus dem Meer geborgen. Es soll sowohl unter den Migranten als auch unter den Sicherheitskräften Verletzte geben. Aus Sorge vor Plünderungen bleiben zahlreiche Geschäfte geschlossen. Die Lage erinnert an 2021, als etwa 10.000 Menschen innerhalb weniger Tage in die Exklave eindrangen.

Migranten stürmen die Grenze zwischen Spanien und Marokko
Foto: IMAGO/Yasin Demirci (www.imago-images.de) | Migranten stürmen die Grenze zwischen Spanien und Marokko.

Die Diözese Cádiz und Ceuta reagierte mit einer offiziellen Erklärung, in der sie ihre „tiefe Besorgnis über die Schwere der Ereignisse“ sowie über die „besondere Schutzbedürftigkeit so vieler Menschen“ ausdrückte. Sie sei bereit, mit den staatlichen Stellen zusammenzuarbeiten und mit den ihr zur Verfügung stehenden personellen und materiellen Ressourcen zur Bewältigung der Krise beizutragen. Die Kollekten des Wochenendes sollen der diözesanen Migrationsarbeit zugutekommen. 

Das Bistum dankte den Gläubigen für ihre Solidarität und rief zum Gebet für Betroffene, Verantwortliche sowie für alle auf, die sich für „Frieden, Gerechtigkeit und Hoffnung“ einsetzen.

Evangelikaler Pastor: Bevölkerung will nicht tatenlos zusehen

Die Plattform „Protestante Digital“ veröffentlichte ein Interview mit Javier Santolaria, Pastor einer evangelikalen Gemeinde in Ceuta. Er warnt vor einer weiteren Eskalation: Anders als 2021 protestierten diesmal zahlreiche Einwohner gegen die Lage: „Dieses Mal möchte die Bevölkerung nicht tatenlos zusehen“. Die Menschen hätten „die Notlösungen, die in solchen Situationen immer wieder angewendet werden, schon ziemlich satt.“ Die Lage sei schwierig, einfache Lösungen gebe es nicht. Er hoffe aber, dass Spanien und Marokko zusammenarbeiten, um „die Sicherheit an den Grenzen und die öffentliche Ordnung zu gewährleisten, ohne die humanitäre Hilfe zu vernachlässigen.“ 

Zum Spannungsverhältnis zwischen humanitärer Hilfe und öffentlicher Sicherheit sagte der evangelische Pastor: „Als Christen sind wir dazu aufgerufen, Gott und den Nächsten zu lieben“. Deshalb müsse „jeder Mensch, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist, mit Würde und Mitgefühl behandelt werden.“ Die Behörden hätten allerdings auch die Verantwortung, sich um ihre eigenen Bürger zu kümmern und für Sicherheit zu sorgen. „Das schließt sich nicht aus“, betonte Santolaria. Christen in ganz Spanien rief er dazu auf, „für unsere Stadt zu beten“, damit die Lage nicht weiter eskaliere.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Europa Press schwammen Hunderte Menschen, die am Donnerstag irregulär eingereist waren, freiwillig nach Marokko zurück. Allerdings strömten weiterhin junge Menschen in die nordafrikanische Exklave, während Tausende durch die Straßen von Ceuta zogen.

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