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Kriegsgefahr im Pazifik

Donald Trump ignoriert die Ideale wie die Interessen der USA, indem er Nordkorea öffentlich preist und Südkorea brüskiert.
Donald Trump und Kim Jong-un 2019
Foto: IMAGO / Xinhua | Rühmt sich für sein gutes Verhältnis zum nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un: der US-Präsident Donald Trump, hier beim historischen Treffen im Jahr 2019.

Was hat der Kim, was wir nicht haben? So mögen sich die Mullahs in Teheran nun fragen, die seit einem halben Jahr mit den USA im Krieg liegen, während US-Präsident Donald Trump dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un Rosen streut. Man braucht keine CIA-Hintergrundinformationen, um zu wissen, dass das totalitär regierte Nordkorea für seine Nachbarn Südkorea und Japan nicht weniger bedrohlich ist, als es der Iran vor Kriegsausbruch im Februar für Amerikas Verbündete in Nahost war.

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Die hypothetische Eingangsfrage ist beantwortbar: Kim hat Nuklearwaffen. Während die Bevölkerung Nordkoreas hungert, setzt die atheistisch-kommunistische Kim-Dynastie seit Jahrzehnten ganz auf Hochrüstung, dank des Ukrainekrieges jetzt auch mit einem russisch-nordkoreanischen Deal: Kim Jong-un stellt Moskau Zehntausende Soldaten als hilfloses Kanonenfutter in der Ukraine zur Verfügung und bekommt dafür russische Militärtechnologie.

Feindselige Signale

All das entspricht weder den Werten der USA noch ihren geostrategischen Interessen. Dennoch schwärmt Trump von seiner „sehr guten Beziehung“ zu Kim und rückt die traditionellen gemeinsamen Militärmanöver der USA mit Südkorea ins Zwielicht: Die seien ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an Nordkorea, das keine Bedrohung darstellt und sich respektvoll verhalte, so Trump, der seinen „Kriegsminister“ anwies, die Militärübungen deutlich zu reduzieren.

Die erkennbare Botschaft dieser Militärmanöver war bislang: Amerika steht zu seinen Verbündeten, also muss jeder, der Südkorea an den Kragen will, wissen, dass er es mit Washington zu tun bekommt. Abschreckungspolitik nennt man das, und sie dient dazu, Kriege zu verhindern. Die neue Botschaft von Trump, die in Seoul ebenso gehört wird wie in Pjöngjang, lautet nun aber: Amerika lässt seine Verbündeten im Stich.

Wenn das Weiße Haus – in Osteuropa oder im Pazifik – Freund und Feind nicht mehr unterscheiden kann, dann fühlen sich Aggressoren (und solche, die es werden wollen) ermutigt. Vor einem Jahr, bei ihrer Begegnung in Alaska, ermutigte Trump Wladimir Putin, jetzt ermutigt er Kim Jong-un. Und in Peking überlegt sich Xi Jinping vermutlich längst, ob die US-Regierung auch Taiwan im Zweifel wie eine allzu heiße Kartoffel fallen lassen würde.

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Stephan Baier Donald Trump Kim Chŏngŭn US-Regierung Weißes Haus Wladimir Wladimirowitsch Putin Xi Jinping

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