Im Bonner Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) wird eine bei der Generalsekretärin angesiedelte Stabsstelle für Synodalität geschaffen. Das bestätigte Generalsekretärin Beate Gilles bei der Abschlusspressekonferenz zur Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda. Die Einrichtung der neuen Stabsstelle solle „sehr kostenschonend“ geschehen, es gebe „keine große neue Struktur“, so Gilles. Mit Blick auf den Haushalt des Sekretariates habe man bereits „starke Sparmaßnahmen verkünden müssen“. Angesichts dessen werde man bei den Ressourcen für die neue Stabsstelle „mit Augenmaß vorgehen“. Gilles betonte, es sei nötig, eine solche Organisationseinheit zu schaffen, weil man in der Bischofskonferenz insgesamt „synodaler“ werden wolle. Die Beratungen der Bischofskonferenz uns ihrer Kommissionen würden im Sekretariat vorbereitet; in Zukunft werde es darauf ankommen, diese Beratungen mit der geplanten Synodalkonferenz zu verbinden. Es sei wichtig, dass „diese Zuarbeit (…) in meinem Bereich, also direkt bei der Generalsekretärin zusammenläuft.“
Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer, Bischof von Münster, sagte in Fulda, er rechne bis zum Ende dieses oder zum Anfang des nächsten Jahres mit einer Antwort aus dem Vatikan zu den deutschen Plänen, ein neues nationales Kirchengremium einzurichten. In der Synodalkonferenz sollen laut Satzungsentwurf Vertreter der DBK, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sowie weitere Mitglieder zu „wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens“ sowie über „Schwerpunktsetzungen im Haushalt des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD)“ beraten und Beschlüsse fassen. Der Verband der Diözesen Deutschlands finanziert die Arbeit des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz.
Die Pläne waren unter den deutschen Bischöfen sowie zwischen Deutschland und dem Vatikan umstritten. Beobachter wie der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück vermuten, dass Rom Modifizierungen an dem Satzungsentwurf verlangen könnte. So könnte der Vatikan etwa eine „präzisere Unterscheidung von Beratung, synodaler Beschlussfassung und rechtlich verantworteter Entscheidung verlangen“, vermutete Tück kürzlich auf dem Portal communio.de.
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