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Die Luft ist raus

Beim Katholikentag ging die Nachricht unter. Nun ist klar: Im November wird es keine erste Sitzung der Synodalkonferenz geben, die Hotelzimmer sind storniert. Versandet das Vorhaben?
Chefredakteur Benjamin Leven, Irme Stetter-Karp, Bischof Heiner Wilmer
Foto: DT / IMAGO / epd | Schon beim Katholikentag sickerte durch, dass es um das Synodalprojekt nicht gut steht. Im Bild ZdK-Chefin Irme Stetter-Karp und Bischof Heiner Wilmer.

Die Nachricht war im Mai 2026 in der Berichterstattung rund um den Katholikentag nahezu untergegangen. Gegenüber dem Sender „Phoenix“ hatte der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, über die Pläne zur Einrichtung einer „Synodalkonferenz“ als neues nationales Kirchengremium gesagt: „Ich gehe persönlich nicht davon aus, dass wir schon im November zusammenkommen.“ Auch die Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp hatte bei einem öffentlichen Gespräch am ZdK-Stand berichtet, die eigentlich für November 2026 vorgesehene erste Sitzung des neuen Kirchengremiums werde nicht stattfinden können, weil das OK aus Rom noch nicht vorliege.

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Die „Katholische Nachrichten-Agentur“ versteckte die Botschaft damals im dritten Absatz eines längeren Korrespondentenberichts zum Würzburger Katholikentreffen. Eine Entscheidung des Vatikans zur Satzung der Synodalkonferenz benötige noch etwas Zeit, hieß es dort. Eine Schlagzeile wurde daraus nicht.

Das hat sich jetzt geändert, weil das Kölner „Domradio“ noch einmal beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz nachgefragt hat. Von dort wurde nun bestätigt, „dass die angedachte erste Sitzung nicht wie geplant im November stattfinden werde und die vorab gebuchten Hotelzimmer bereits storniert worden seien“. Das „Domradio“ zitiert außerdem römische Quellen, denen zufolge „mit einem Segen für die Satzung nicht in naher Zukunft zu rechnen“ sei – und fragt: „Stirbt der Synodale Weg einen stillen Tod?“

Bätzing hatte keinen Plan B

Die Einrichtung eines permanenten Gremiums aus Bischöfen und Laienvertretern gehört zu den greifbarsten Resultaten des Synodalen Wegs. Die Satzung war über drei Jahre vom sogenannten „Synodalen Ausschuss“ erarbeitet worden. Die Vollversammlung des ZdK hatte der Satzung im November 2025 bis auf eine Enthaltung einstimmig zugestimmt. In der Vollversammlung der Bischofskonferenz wurde im Februar 2026 die nötige Zweidrittelmehrheit der Bischöfe hingegen nur knapp erreicht.

Während die Befürworter in der Synodalkonferenz ein Instrument für mehr Transparenz, gemeinsame Verantwortung und Beteiligung an kirchlichen Entscheidungen sahen, betonten Kritiker in Deutschland und im Vatikan, ein solche Gremium widerspreche der hierarchischen Struktur der Kirche und sei mit dem geltenden Kirchenrecht nicht vereinbar.

Unter der Führung des bisherigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, war man dennoch fest davon ausgegangen, dass Rom die Satzung ohne Abstriche gutheißen würde – schließlich habe man sich diesbezüglich eng mit den zuständigen Instanzen im Vatikan abgestimmt, wie immer wieder betont wurde. Einen „Plan B“ schien es nicht zu geben.

Inzwischen haben sich sowohl die innenpolitischen als auch die weltpolitischen Rahmenbedingungen für die katholische Kirche verändert. Papst Leo XIV. scheint zudem weniger als sein Vorgänger an innerkirchlichen Strukturfragen interessiert und hat bislang auch keine Neigung zu disruptiven Veränderungen an den Tag gelegt. Zudem hat das Narrativ des Synodalen Weges, innerkirchliche Strukturreformen würden der Prävention von sexuellem Missbrauch dienen, seit der Veröffentlichung der evangelischen „ForuM“-Studie spürbar an Plausibilität verloren.

All das lässt es fraglich erscheinen, ob es den interessierten Kräften in DBK und ZdK noch einmal gelingen kann, den Elan für eine Wiederbelebung des Projekts aufzubringen.

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