Der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, soll nach einem Bericht der Zeitschrift „Publik-Forum“ vom heutigen Dienstag vor einem Rücktritt stehen. Aus „verlässlichen Quellen“ will die Zeitschrift erfahren haben, dass der Rücktritt noch vor den für Samstag geplanten Feierlichkeiten zu seinem 25-jährigen Bischofsjubiläum offiziell bekanntgegeben werden könnte. Offiziell wollte sich die Diözese demnach nicht zu den „Rücktrittsgerüchten“ äußern.
Als Gründe für den möglichen Rücktritt identifiziert „Publik-Forum“ Kritik an seiner Amtsführung. Einerseits habe sich Timmerevers „40 oder 50 Millionen Euro für sein neu zu bauendes Bischofspalais genehmigt“, andererseits könne der 74-Jährige sich „je länger desto mehr der Anschuldigungen nicht erwehren, er verschleppe oder er hintertreibe gar die Aufklärung von klerikalem Missbrauch“. Dazu verweist die Zeitschrift auf die gemeinsame Aufarbeitungskommission mit den Bistümern Berlin und Görlitz, die Dresden-Meißen mit Verweis auf eine eigene Kommission letztes Jahr stillgelegt habe. Aktuell gehe aber nichts voran. Die Unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, spricht dem Bericht zufolge in diesem Zusammenhang von einer „unhaltbaren Situation“ in Dresden.
Weiters zitiert „Publik-Forum“ einen anonymen Informanten, demzufolge der apostolische Nuntius dem Bischof die päpstliche Erlaubnis für einen zum 1. Januar 2027 wirksamen Rücktritt bereits ausgehändigt habe.
Rücktritt käme ein halbes Jahr vor üblichem Datum
Treffen die Recherchen der Zeitschrift zu, dann dürften die gestrigen Dresdner Festivitäten anlässlich des Jahresempfangs des katholischen Büros in Sachsen, auf dem der neue apostolische Nuntius, Erzbischof Hubertus van Megen, erstmals öffentlich aufgetreten war, für einige der Anwesenden bereits unter schwierigen Vorzeichen gestanden haben. Timmerevers selbst hatte bei dem Anlass am gestrigen Montag, der unter dem Zeichen des 30-jährigen Jubiläums des Staatskirchenvertrags zwischen dem Freistaat Sachsen und dem Heiligen Stuhl stand, gesagt, das Vertragswerk biete einen verlässlichen Rahmen zur Zusammenarbeit, auch „wenn Sichtweisen auseinandergehen“.
Timmerevers Rücktritt, so er denn zum 1. Januar stattfindet, käme etwa ein halbes Jahr vor seinem 75. Geburtstag, zu dem Diözesanbischöfe dem Papst sowieso ihren Rücktritt anbieten müssen. (DT/jra)
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