Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

EU denkt bei Religionsfreiheit um

Nach Protesten will Brüssel das Amt des EU-Sondergesandten für Glaubens- und Religionsfreiheit erhalten.
EU-Kommission in Brüssel
Foto: Rolf Haid (dpa) | Am Mittwoch entschied die EU-Kommission, das Amt des EU-Sondergesandten für die Glaubens- und Religionsfreiheit neuerlich zu besetzen.

Da hat die EU-Kommission wohl etwas ganz falsch eingeschätzt: Mit einem lapidaren Beamtenbrief erklärte sie Mitte Juni, das Amt ihres Sondergesandten für die weltweite Glaubens- und Religionsfreiheit nicht fortführen zu wollen. Irgendwie sollte der Einsatz für die Religionsfreiheit eine Priorität der EU-Außenpolitik bleiben, wahrgenommen durch interne Kräfte und den EU-Menschenrechtsbeauftragten. Doch dann hagelte es Kritik: Nach den Berichten der „Tagespost“ protestierten viele deutsche und österreichische Abgeordnete ebenso wie Mitglieder des Europäischen Parlaments.

Lesen Sie auch:

Die EU-Kommission rudert zurück

Jetzt rudert die EU-Kommission zurück: Am Mittwoch entschied sie, das Amt des EU-Sondergesandten für die Glaubens- und Religionsfreiheit neuerlich zu besetzen. Der mediale und parlamentarische Widerstand hat sich also gelohnt. Die Brüsseler EU-Administration hat verstanden, dass sie der weltweiten Religions- und Glaubensfreiheit weiter volle Aufmerksamkeit schenken muss. Gut so!

Doch der Kampf geht weiter, denn angesichts wachsender Verstöße gegen die Religionsfreiheit in vielen Ländern der Welt wird entscheidend sein, wer dieses Amt innehat. Der katholische Slowake Jan Figel hat es seit der Schaffung des Amtes durch den damaligen Kommissionspräsidenten Juncker hervorragend wahrgenommen: fachlich kompetent, diplomatisch geschickt, politisch glasklar und mit vollem persönlichen Einsatz. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen könnte den Fehler von Mitte Juni ausbügeln, indem sie jetzt neuerlich Jan Figel zum EU-Sondergesandten ernennt.

Lesen Sie dazu einen ausführlichen Hintergrund in der nächsten Ausgabe der „Tagespost“. Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe kostenlos

Themen & Autoren
Stephan Baier Europäische Kommission Religionsfreiheit Ursula von der Leyen

Weitere Artikel

Angespannte Unsicherheit wehte durchs Foyer der Dome Eventhall in Brüssel. Daran konnten auch der reichlich ausgeschenkte Crémant und die bunten Canapées erst einmal nichts ändern.
20.03.2026, 14 Uhr
Henry C. Brinker
Straßburg sieht schwere Defizite bei der Religions- und Pressefreiheit in der Türkei: Betroffene hätten oft keinen Zugang zu Beweisen und kaum wirksame Rechtsmittel.
17.02.2026, 16 Uhr
José García

Kirche

Christian Rutishauser ist Jesuit und Judaistik-Professor an der Universität Luzern. Im Interview spricht er darüber, warum für die Kirche die Juden Teil der Ökumene sind.
23.05.2026, 15 Uhr
Patrick Peters
Rückenwind für Papst Leo – und Versöhnung mit Franziskus: die US-Bischöfe weihen ihr Land im Juni dem Herzen Jesu. Damit geben die Katholiken ihrer gespaltenen Nation ein Beispiel.
23.05.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Latein, Stille, Weihrauch und gregorianischer Gesang: Chartres-Wallfahrtsorganisator Philippe Darantière sieht im „Vetus Ordo“ eine Rückkehr zum Wesentlichen.
23.05.2026, 14 Uhr
Meldung
Hitler begriff ihn als persönlichen Feind: Clemens Graf von Galen. Die Predigten des Bischofs von Münster gegen die Euthanasie sind auch heute eine Richtschnur.
22.05.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse
1.200-Jahr-Feier des heiligen Ansgar: Deutsch-dänischer Studientag zum Apostel des Nordens.
22.05.2026, 11 Uhr
Claudia Kock