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„Koloniale Völkermord-Logik“

Die ukrainisch-katholischen Bischöfe werfen Russland vor, die Ukraine versklaven zu wollen.
Krieg gegen das Volk - Raketenangriff in Kramatorsk
Foto: IMAGO/Alex Chan Tsz Yuk (www.imago-images.de) | Die Welt habe „eine moralische Verpflichtung, diese Aggression gegen die Ukraine abzuwehren“, heißt es in dem gemeinsamen Hirtenbrief.

Russland führe einen Krieg gegen das Volk der Ukrainer und plane einen Völkermord. Das behaupten die Bischöfe der mit Rom unierten ukrainischen Katholiken des byzantinischen Ritus in einem gemeinsamen Hirtenbrief. Wörtlich heißt es in dem Schreiben, das am Montag veröffentlicht wurde: „Die russische Führung versucht, die ukrainische Staatlichkeit zu zerstören und uns unseres Namen zu berauben.“ Sie betrachte die Ukraine als Kolonie, „als Nicht-Staat, der keinen Platz auf der politischen Weltkarte verdient“.

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Auch auf die Ursache der Aggression gegen ihr Land gehen die ukrainischen Bischöfe ein: „Russland versucht, seinen imperialen Appetit zu stillen.“ Um selbst groß zu sein, strebe Russland nach Kolonien und versklave Länder. „Die koloniale Völkermord-Logik diktiert Taktiken der verbrannten Erde, die niemanden und nichts verschonen.“ Die Ukraine verteidige sich, „weil ihre Menschen sich ein für allemal geweigert haben, Sklaven zu werden“. Die Ukraine wolle Russland weder erobern noch demütigen, aber der Nachbar müsse „seine Jahrhunderte alten Versuche, die Ukraine zu versklaven und zu zerstören, beenden, sich von der Pathologie des Imperialismus befreien und ein Rechtsstaat werden“.

Ein Krieg gegen das Volk

Schwere Vorwürfe erheben die katholischen Bischöfe auch gegen Putins Truppen: „Die russische Armee tötet Unschuldige und vergewaltigt die Wehrlosen, entführt Kinder und deportiert die Besetzten, foltert Gefangene und lässt die Belagerten aushungern, stiehlt das Getreide, das wir anbauen, und plündert unsere Häuser, annektiert Land und zerstört beschlagnahmte Unternehmen, zündet friedliche Städte an und terrorisiert deren Einwohner.“ Dieser Krieg werde vom ersten Tag an nicht gegen die Armee der Ukraine, sondern gegen das Volk geführt.

Die Welt habe „eine moralische Verpflichtung, diese Aggression gegen die Ukraine abzuwehren“, heißt es in dem gemeinsamen Hirtenbrief. Russlands Invasion habe die Ukraine in eine humanitäre, wirtschaftliche, demografische und ökologische Katastrophe geführt.

Häresie der russischen Orthodoxie

Die russisch-orthodoxe Kirche müsse aufhören, „die Häresie der ‚russischen Welt‘ ideologisch zu fördern“, so die unierten Bischöfe der Ukraine. Derzeit führe die russische Orthodoxie ihre Gläubigen „in die moralische Dunkelheit von Gewalt, Aggression und Kriegsverbrechen“.  DT/sba

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