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Sudan im Jahr 2024: Geplagt von Krieg und Zerstörung

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz wird auch der Sudan eine Rolle spielen. Dort nimmt der Bürgerkrieg immer dramatischere Ausmaße an.
Sudan
Foto: IMAGO/Stringer (www.imago-images.de) | Darfur im Sudan liegt im April 2023 unter einer Rauchwolke. Seitdem hält der Krieg an.

Der Sudan im Jahr 2019, das waren Hoffnung und Zuversicht nach dem Sturz des sudanesischen Diktators Omar al-Baschir. Massendemonstrationen hatten dazu geführt, dass der islamistische Präsident abgesetzt wurde. Zivile Politiker und das Militär einigten sich auf eine geteilte Übergangsregierung, bis sie die Macht endgültig in zivile Hände geben wollten. Doch das Militär hielt sein Wort nicht. Der Sudan im Jahr 2024, das sind Krieg und Zerstörung.

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Seit mehr als neun Monaten kämpfen zwei Generäle auf dem Rücken der Zivilbevölkerung rücksichtslos um die Macht. Bei den anhaltenden Kämpfen im Sudan geraten auch Christen und kirchliche Einrichtungen ins Visier der Bürgerkriegsparteien. Der am 15. April 2023 ausgebrochene Krieg im Sudan entzündete sich aus einer Auseinandersetzung zwischen der regulären Armee (SAF) unter der Führung von General Abdul Fattah al-Burhan und den „Rapid Support Forces“ (RSF) unter dem Kommando von Mohamed Hamdan Daglo, genannt Hemedti. Über 12.000 Tote, sieben Millionen Vertriebene, ein kollabiertes Gesundheitssystem, ein Land teilweise in Schutt und Asche – das ist die bittere Bilanz.

Düstere Erinnerungen

Beiden Seiten werden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und systematische Vergewaltigungen als Kriegswaffe vorgeworfen. Nach Angaben des Direktors der Internationalen Organisation für Migration (IOM) findet im Sudan „die größte Bevölkerungsbewegung der Welt“ statt. Die IOM schätzt, dass seit Beginn der Kämpfe am 15. April 2023 mehr als 7,7 Millionen Menschen gezwungen waren, aus ihren Häusern zu fliehen. Sechs Millionen von ihnen sind Binnenflüchtlinge im Sudan. Knapp zwei Millionen sind in den Südsudan, den Tschad, Äthiopien, Ägypten, die Zentralafrikanische Republik und Libyen geflohen. 

Besonders die Bilder aus Darfur rufen düstere Erinnerungen an den Völkermord wach, der dort vor 20 Jahren begangen wurde. Früh hatte daher die Gesellschaft für bedrohte Völker der internationalen Gemeinschaft vorgeworfen, sie habe Warnungen demokratischer Aktivisten und internationaler Beobachter ignoriert. Eskalierende Spannung zwischen den beiden Machthabern hätten sich lange angekündigt, kritisierte Sarah Reinke, Leiterin des Menschenrechtsbereichs der GfbV. „Es war bekannt, dass Hemedti ein hochgefährlicher Milizenführer ist, der eine Truppe von rund 70.000 Mann befehligt“, erklärte Reinke. „Sein Name ist untrennbar mit dem Völkermord in Darfur verbunden. Niemand konnte überrascht sein, dass er zum Machterhalt Gewalt einsetzen würde.“

Barbarische Kämpfer

Die Milizen der RSF, auch als Janjaweed („Dämonen zu Pferd“) bekannt, waren über Jahrzehnte der verlängerte Arm der sudanesischen Regierung in Darfur, einer Region im Westen des Sudan, und sind dort für den größten Genozid seit der Jahrtausendwende verantwortlich. Die RSF seien gesetzlos, berichtet Pater Gregor Schmidt, Provinzobere der Comboni-Missionare im Südsudan,  gegenüber dieser Zeitung, „ihre Kämpfer verhalten sich barbarisch, ermorden unbewaffnete Menschen und verkaufen deren Kinder als Sklaven.

Wo auch immer die RSF hinkommen, fliehen die Menschen. So sind mehr als eine halbe Millionen Flüchtlinge in den Südsudan gekommen.“ Immer mehr Menschen versuchen, sich in die von Rebellen kontrollierten Nuba-Berge zu retten. Das abgelegene Nuba-Gebirge, das zum südlichen Bundesstaat Süd-Kordofan gehört, wird mehrheitlich von Christen bewohnt, obwohl der Sudan muslimisch geprägt ist. DT/chp

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