Am Ostersonntag drohte der amerikanische Präsident Donald Trump über seine Social-Media-Plattform „Truth Social“ dem Iran kaum verhohlen mit Kriegsverbrechen: Am Dienstag werde er Kraftwerke und Brücken zerstören lassen, wenn bis dahin nicht die Straße von Hormus freigegeben sei. Garniert wurde das Ganze mit verbalen Obszönitäten und den abschließenden Worten „Praise be to Allah“, mit denen sich Trump wohl über den Islam oder zumindest über die islamische Führung des Iran lustig machen wollte. Es ist nicht davon auszugehen, dass Trump weiß, dass auch arabisch sprechende Christen Gott „Allah“ nennen. Spätestens angesichts dieser Aussagen müssen Christen widersprechen. Das gilt besonders für jene, die den Exzentriker im Weißen Haus in der Vergangenheit verteidigt haben.
Sicher, es gehörte von Anfang an zum besonderen Charme und auch Erfolgsrezept von Trump, gegen die üblichen Gepflogenheiten der Politikerkaste zu verstoßen. Das war sogar eines der Hauptinstrumente der populistischen Disruption der MAGA-Bewegung. Auch war, anders als Links-Progressive und viele Bürgerliche dies sahen, in der Idee von „America First“ nichts per se Unchristliches. Denn dass Politiker ihr Land lieben und das Wohl ihres Volkes an die erste Stelle ihres Handelns im Amt setzen sollten, bedeutet ja gerade nicht, die Welt beherrschen und über andere bestimmen zu wollen. Gerade die Abkehr vom moralisch getünchten, aber letztlich unmoralischen Neocon-Imperialismus der letzten Jahrzehnte machte Trump für so viele reizvoll, auch für konservative Christen und Katholiken. Dabei waren diese dann auch bereit, die persönliche Stillosigkeit und den nicht zu leugnenden Narzissmus Trumps zu tolerieren. Die – auch vom Autor dieser Zeilen – geäußerte Hoffnung, Trump könnte sich nach dem knapp überlebten Attentat bekehren und am Abbau der eigenen Ego-Fixierung arbeiten, ist leider auf ganzer Linie enttäuscht worden. Das Gegenteil ist eingetreten. Die öffentlich zur Schau gestellte Niedertracht Trumps, die sich etwa schon in seiner Reaktion auf die Ermordung seines berühmten Kritikers Rob Reiner zeigte, hat mit der jüngsten Verlautbarung einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht.
Tucker Carlson, während des Wahlkampfes einer der größten Unterstützer Trumps, hat in bewundernswerter Deutlichkeit Trumps Aussagen kritisiert. In den sozialen Medien mehren sich erfreulicherweise auch in der katholischen Blase die Stimmen, die mit diesem Trump nichts zu tun haben wollen. Christen haben letztlich nur eine Loyalität: die Wahrheit, die in Jesus Christus Fleisch geworden ist.
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