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„Im Kampf gegen die liberalen Werte sah man sich auf der gleichen Seite der Front“

Die Osteuropa-Expertin Regina Elsner mahnt beim Katholikentag Fehler im ökumenischen Dialog zwischen katholischer und russisch-orthodoxer Kirche an.
Bei der Eröffnungsfeier des Katholikentages wurden blau-gelbe Schals geschwenkt
Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich (www.imago-images.de)

Nicht nur bei der Eröffnungsfeier des Katholikentages wurden blau-gelbe Schals geschwenkt, auch im inhaltlichen Programm füllt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine viele Seiten. Vor allem Freitag wird er im Mittelpunkt vieler Podien stehen. Den Kirchen komme eine wichtige Rolle dabei zu, in der deutschen Öffentlichkeit das Verständnis für die Besonderheiten des russischen Angriffskrieges zu wecken, erklärte Andrij Waskowycz im Vorfeld am Donnerstagmittag bei einer Pressekonferenz der Veranstalter des Katholikentages.

Westliche Gesellschaften strapazieren, die die Ukraine unterstützen

Die russische Propaganda ziele darauf ab, die „westlichen Gesellschaften zu strapazieren, die die Ukraine unterstützen“. Waskowycz, der langjährige Chef der ukrainischen Caritas, der jetzt für den Weltkongress der Ukrainer tätig ist erläuterte: „Dieser Krieg wird auch mit Gasleitungen, der Frage nach der Energiesicherheit und dem Thema Migration geführt.“ Den Kirchen, aber auch dem Katholikentag als Forum komme die Aufgabe zu, über die Mechanismen dieser russischen Propaganda aufzuklären. 

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Regina Elsner, Expertin für die ökumenischen Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche und Mitarbeiterin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien in Berlin, mahnte in der gleichen Pressekonferenz an, dass man im ökumenischen Dialog bisher zu sehr deutliche Kritik und offene Konflikte vermieden habe. Vor allem müssten endlich die Gefahren einer „politischen Theologie“ klar benannt werden, der die russisch-orthodoxe Kirche folge.

Man habe sich vor allem mit dogmatischen Fragen in der Vergangenheit beschäftigt, zwar auch immer wieder Aspekte des sozialen und gesellschaftlichen Lebens angesprochen, aber doch diese Perspektive eher vernachlässigt. Man dürfte hier auch nicht vergessen, so Elsner, dass die Vorstellung, man stehe in der Gegenwart „einem metaphysischen Kampf zwischen Gut und Böse“ gegenüber, der mit politisch-theologischen Mitteln zu entscheiden sei,  durchaus Anschluss in der katholischen Kirche fände. Vielfach habe man sich als Partner in einer „strategischen Allianz“ gesehen. „Im Kampf gegen die liberalen Werte sah man sich auf der gleichen Seite der Front“, so die Osteuropa-Expertin in ihrem Statement. DT/sesa

Lesen Sie weitere Hintergrundberichte und Reportagen vom Katholikentag in Stuttgart in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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