Coburg

Heiliger Rassismus: Mauritius darf kein Mohr sein

Der Mohr von Coburg soll aus dem Stadtwappen verschwinden. So will es eine Petition, die zwei Frauen im Netz gestartet haben.
Wappen von Coburg mit Heiligen Mauritius
Foto: Quelle: Wikimedia/gemeinfrei | Wappen der Stadt Coburg. Die historische Darstellung des Heiligen Mauritius gibt Anlass zur Kontroverse.

Eine Initiative, die den „Mohr“ aus dem Wappen der Stadt Coburg verbannen soll, haben zwei Frauen ins Leben gerufen. Juliane Reuther und Alisha Archie haben eine Petition dazu gestartet. Spätestens seit der aktuellen weltweiten Debatte über Rassismus und alltäglicher, systematischer Diskriminierung, sei das nicht mehr tragbar lautet die Begründung.

Geschichte statt Rassismus 

Der angebliche Rassismus stellt sich bei genauerem Hinsehen als historische Darstellung des Heiligen Mauritius dar und ist in Coburg allgegenwärtig. Gleich, ob Mohren-Apotheke oder Mohrenkopf, stets ist der Heilige Mauritius gemeint, der in Coburg Stadtpatron ist. Obwohl Coburg in der Reformation protestantisch wurde, blieb der Heilige am Ort. So gibt es eine Mohren-Garde ebenso wie eine Mohrengasse. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder mal Stimmen, die darin, wie auch jüngst wieder, Rassismus identifizierten. Schon einmal war der Heilige aus dem Stadtwappen verbannt. Die Nazis ersetzten ihn durch Hakenkreuz und Schwert.

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Auch James Cook ist Rassist?

Die Stimmung gegen den Heiligen Mauritius in seiner historischen Darstellung ist kein Einzelfall. Wie sehr sich die Stimmung gegen historische Persönlichkeiten richten kann, sieht mal weltweit. In England hat man inzwischen Denkmäler von historischen Persönlichkeiten abgebaut, um sie vor dem Bildersturm zu retten. Dort sind selbst Nationalhelden wie Winston Churchill und Entdeckers James Cook nicht sicher. Sie tauchen auf einer interaktiven Karte von Aktivisten im Netz als Symbole rassistischer Unterdrückung und Gewalt auf.

Erzbistum sieht noch keine Gefahr

Das Erzbistum Bamberg, in dem die Stadt Coburg liegt, sieht allerdings noch keinen Anlass, Heiligenfiguren aus Sicherheitsgründen abzubauen. Eine Stellungnahme zur Diskussion um den Mohr aus dem Coburger Stadtwappen lehnte ein Sprecher des Erzbistums ab, da man keine Veranlassung sehe, sich in diese kommunalpolitische Diskussion einzuschalten. Für rassistisch hält man die Darstellung nicht. Der hl. Mauritius zeige, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder Abstammung Heilige werden und damit für alle anderen Menschen Vorbilder werden können, betont ein Sprecher des Erzbistums gegenüber der Tagespost.

DT/pwi

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