San Francisco

Vandalismus gegen Statue des Heiligen Junípero Serra

Randalierer hatten am vergangenen Freitag im Golden Gate Park in Sant Francisco die Bronze-Statue des heiligen Junípero Serra umgestoßen. Die Bilderstürmerei richtet sich auch gegen andere Personen der Geschichte und gegen Darstellungen von Jesus Christus.
Statue von Junipero Serra
Foto: Marcus Teply (dpa)

Randalierer hatten am vergangenen Freitag im Golden Gate Park in San Francisco die Bronze-Statue des heiligen Junípero Serra umgestoßen und mit Farbe beschmiert. Medien vor Ort berichteten von 500 gewaltbereiten Teilnehmern der "Black-Lives-Matter"-Bewegung, die in den Park gestürmt waren.  Dort hatten sie unter anderem die Statue des Heiligen, der auch als "Gründervater Kaliforniens" bezeichnet umgestoßen und beschädigt.

Der Gründer Kaliforniens

Lesen Sie auch:

Junípero Serra war ein mallorquinischer Franziskanermönch, der im 18. Jahrhundert in Kalifornien das Evangelium verkündet hatte. Serra, der 1713 in Petra auf Mallorca geboren wurde und im Jahr 1784 verstarb, hatte mehrere Missionen gegründet. Im Jahr 2015 war er von Papst Franziskus heilig gesprochen worden.  Junípero Serra wird in den USA einerseits als Städtegründer verehrt, andererseits hat er viele Gegner. Ihm wird vorgeworfen, er sei für "Folter und Unterdrückung" im Indianervolk "Gabrieleño" rund um Los Angeles verantwortlich. Das Volk wirft dem Mallorquiner vor, dass durch ihn die indigenen Kalifornier beinahe ausgerottet worden wären.

Auf Twitter sieht man im Video, wie die Statue des Heiligen gestürzt wird: 

 

Ein gewaltbereiter Mob

Nach dem Sturz der Heiligenstatue in San Francisco hatte am Samstag der Erzbischof von San Francisco, Salvatore Cordileone, gesagt, dass die wichtigen Proteste gegen Rassismus von einem gewaltbereiten Mob "gekapert" worden seien. "Was ist los mit unserer Gesellschaft? Eine landesweite Bewegung der Versöhnung und gegen die Ungerechtigkeiten des Rassismus und der Polizeibrutalität in unserem Land, ist gekapert worden von einer Minderheit, die Gewalt, Plünderungen und Vandalismus begehen", sagte Erzbischof Cordileone in einer Erklärung.

Die franziskanischen Orden, die ihre Inspiration auf ihn zurückführten, seien beispielhaft dafür, den Armen und Unterdrückten nicht nur zu dienen, sondern sich mit ihnen zu identifizieren und ihnen ihre rechtmäßige Würde als Kinder Gottes zu geben, so Cordileone, der heilige Junipero Serra bilde darin keine Ausnahme. Die Dimensionen, die die Bilderstürmerei annimmt, zeigen sich in der Forderung des BLM - Aktivisten Shaun King. Dieser fordert, weiße Jesusstatuen und andere Jesusdarstellungen zu zerstören. Im eingebundene Tweet des Aktivisten zeigt er ein von Experten erstelltes Jesusbild, das authentisch sein soll. Dieses Bild nimmt der Aktivist zum Anlass, gegen "weiße Jesusdarstellungen" zu agieren und deren Zerstörung zu fordern. 

Übersetzung:

Experten sagen schon länger, dass dies wahrscheinlich die genaueste Darstellung von Jesus ist.
Weiße Amerikaner, die Hunderte von Jahren in diesem Land Afrikaner gekauft, verkauft, gehandelt, vergewaltigt und zu Tode gearbeitet haben, konnten DIESEN Mann einfach nicht im Zentrum ihres Glaubens haben.

DT/pwi

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion

Kirche

Der vom Synodalem Weg geplante Synodale Rat stößt auf dezidierte Kritik. Laut Kardinal Kasper zerstört ein solches Gremium die Struktur, „die Christus für seine Kirche gewollt hat“.  
05.07.2022, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Dass der US-Supreme-Court „Roe vs. Wade“ gekippt hat, war zweifelsfrei ein Sieg für den Lebensschutz. Sich von den Mächtigen der Welt das Heil zu erwarten, ginge aber an der Wirklichkeit vorbei.
05.07.2022, 07 Uhr
Rudolf Gehrig
Warum der Zweite Weltkrieg für die orthodoxe Kirche Entspannung brachte, die Verfolgung der Katholiken in der Sowjetunion aber stärker wurde.
05.07.2022, 19 Uhr
Rudolf Grulich