Friedrich Merz: Zwischen Profil und Attacke

Friedrich Merz weiß, dass sein altes Image als konservativer Wirtschaftsliberaler und Mann der deutschen Leitkultur nicht allen gefällt. Doch anecken will er gerade jetzt nicht. Ein Porträt des Kandidaten auf den CDU-Vorsitz.
CDU-Regionalkonferenz für Sachsen-Anhalt und Sachsen
Foto: Hendrik Schmidt (ZB) | Als Kandidat für den Vorsitz in der Nach-Merkel-Ära bringt Friedrich Merz das Image eines Erfolgreichen mit, nicht das eines Gescheiterten.

Friedrich Merz traut sich viel zu. Andere ihm auch. Einen Mangel an Selbstbewusstsein sagt ihm niemand nach. Wer ist dieser am Martinstag 1955 in Brilon geborene Sauerländer heute, der im Europaparlament saß, Abgeordneter im Bundestag war und Oppositionsführer als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion?

Merz musste 1971 wegen schlechten Verhaltens das Gymnasium wechseln

Merz, der 1971 wegen schlechten Verhaltens das Gymnasium wechseln musste, trat 1972 in die CDU ein. Sie ist ein Teil seines Lebens. Trotz der Ruhezeit in den vergangenen zehn Jahren, die er mit Energie und Ehrgeiz nutzte, um Aufsichtsratsposten und andere lukrative Verantwortungen zu übernehmen. Als Kandidat für den Vorsitz in der Nach-Merkel-Ära bringt er das Image eines Erfolgreichen mit, nicht das eines Gescheiterten.

Aber Merz weiß auch, dass sein altes Image als konservativer Wirtschaftsliberaler und Mann der deutschen Leitkultur nicht allen gefällt. Daher gibt er sich jetzt bewusst als Sozialer, flirtet mit den Grünen. Und: Er, Mitglied der katholischen Studentenverbindung Bavaria zu Bonn im CV, vermeidet klare Aussagen etwa zum Lebensschutz, wohl wissend, dass diese sowieso heute polarisieren könnten. Umweltschutz ist halt weniger „problematisch“ als Lebensschutz. Anecken will er gerade jetzt nicht.

Die AfD nennt Merz ganz forsch schon mal "nationalsozialistisch"

Die AfD, zu der viele „C“-Wähler wegen erkennbarer Profillosigkeit der Union abwanderten, nennt Merz ganz forsch auch schon mal „nationalsozialistisch“. Dass er damit deren Wähler pauschal beleidigt und sich vorwerfen lassen könnte, den Nationalsozialismus zu verharmlosen, nimmt Merz offenbar locker in Kauf. Nach links teilt er nicht so aus.

Liberal? Konservativ? Etwas dazwischen? Für was steht Friedrich Merz, der Angela Merkel an der Spitze der CDU beerben könnte. Die Antwort erhalten Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 22. November 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT

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