Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Brüssel

EU-Kommissare im Gesinnungstest

Linke und Liberale ereifern sich darüber, dass die EU-Kommission die Lebensweise der Europäer schützen will.
Linker Widerstand gegen Schinas
Foto: Virginia Mayo (AP) | Eine Allianz aus Linken, Liberalen und Grünen im Europäischen Parlament kritisiert die Zuständigkeit des bisherigen Kommissions-Sprechers, des griechischen Christdemokraten Margaritis Schinas.

Die von Ursula von der Leyen nominierten EU-Kommissare sollen am 1. November ihr Amt antreten. Zuvor jedoch werden sie ab 30. September im Europäischen Parlament unter die Lupe genommen. Vor allen werden sie auf ihre fachliche Qualifikation getestet, und das ist gut so. Doch leider spielen mitunter ideologische und parteipolitische Interessen bei den Anhörungen eine Rolle. Und das ist ein Problem.

Lesen Sie auch:

Mehrere Kandidaten müssen mit linkem Widerstand rechnen

Es waren rein ideologische Ressentiments, die 2004 den italienischen Philosophen Rocco Buttiglione als Italiens EU-Kommissarskandidaten zu Fall brachten. Ähnliches droht sich jetzt zu wiederholen. Mehrere Kandidaten müssen mit linkem Widerstand im Europaparlament rechnen. Etwa der ungarische Jurist und Diplomat László Trócsányi: Weil er ab 2014 als Justizminister der ungarischen Regierung angehörte, wird Europas Linke ihn für alles haftbar machen, was ihr an Viktor Orbán nicht gefällt. Oder die christdemokratische Kroatin Dubravka Suica, die künftig für „Demokratie und Bevölkerung“ zuständig sein soll. Die Linke in Europa will nicht hören, dass die demographische Krise und der Kinder-Mangel in Europa mit einer falschen, ideologischen Politik zu tun haben.

"Wie kann ein Politiker bestreiten,
dass die Kernaufgabe aller Politik
darin besteht, das Lebensmodell
der Bürger zu schützen?"

Eine Allianz aus Linken, Liberalen und Grünen im Europäischen Parlament kritisiert die Zuständigkeit des bisherigen Kommissions-Sprechers, des griechischen Christdemokraten Margaritis Schinas: „Unser europäisches Lebensmodell schützen“ heißt sein Ressort und soll auch das Thema Migration umfassen. Doch wie kann ein Politiker bestreiten, dass die Kernaufgabe aller Politik darin besteht, das Lebensmodell der Bürger zu schützen? Verglichen mit dem Rest der Welt leben wir Europäer in stabiler Rechtsstaatlichkeit, erträglicher sozialer Sicherheit, relativ hoher individueller Freiheit – und einigermaßen wohlhabend. Frühere Generationen haben hart am Aufbau eines Europa gearbeitet, das frei ist von Kriegen und Bürgerkriegen, sozialen Unruhen und Tyranneien. Wer all dies nicht für schützenswert hält, hat in Europas Politik nichts verloren.

DT/sba

Warum es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, das europäische Lebensmodell schützen zu wollen, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Redaktion Bürgerkriege CDU Die Linke Europäische Kommission Rocco Buttiglione Ursula von der Leyen Viktor Orbán

Weitere Artikel

Orbáns Verdienste bei Migration, Sicherheit und Familie reichen nicht aus. Die schlechte Wirtschaft, Russlandnähe und Korruptionsvorwürfe bringen Magyar ins Amt.
13.04.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Mit der Bestellung ihres Parteifreunds Raffaele Fitto zum Vizepräsidenten der EU-Kommission hat die italienische Regierungschefin Meloni nochmals an Statur gewonnen.
06.12.2024, 13 Uhr
Guido Horst
Die ungarische Wahl wirft trotz des klaren Ergebnisses mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Ein Gastbeitrag.
15.04.2026, 10 Uhr
Birgit Kelle

Kirche

Leo XIV. sei für das iranische Atomprogramm, behauptet der Präsident. Eine falsche Darstellung, die das Treffen Marco Rubios mit dem Papst am Donnerstag belasten könnte.
05.05.2026, 16 Uhr
Guido Horst
Der Vatikan veröffentlicht ein altes Dokument mit Neuigkeitswert. Nun ist klar: Die deutschen Bischöfe haben nicht nur mit dem Gehorsam, sondern auch mit der Wahrheit ein Problem.
05.05.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die Pfingstaktion von Renovabis zeigt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt in Europa neu wachsen kann – von der Ukraine bis in den Südkaukasus.
05.05.2026, 14 Uhr
Margarete Strauss