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„Neuer Anfang“ übt scharfe Kritik an Synodalkonferenz

Die Initiative wirft den Verantwortlichen vor, Kompetenzen zu verschieben, Ideologien Raum zu geben und Missbrauch für Reformen zu nutzen.
Kuppel von Michelangelo, Petersdom, Vatikan, Rom, Latium, Italien Dome of Michelangelo, St Peter s Basilica, Vatican, Ro
Foto: IMAGO/imageBROKER/Kim Petersen (www.imago-images.de) | Der „Neue Anfang" bittet Papst Leo und die verantwortlichen römischen Instanzen, die Satzung der deutschen Synodalkonferenz zurückzuweisen. Er sei unvereinbar mit Lehre, Verfassung und Recht der Katholischen Kirche.

Die Initiative „Neuer Anfang“ hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie sich in zwölf Punkten vehement gegen die Synodalkonferenz und deren Satzung ausspricht. „Wir bitten Papst Leo und die verantwortlichen römischen Instanzen, den Text zurückzuweisen, weil er unvereinbar ist mit Lehre, Verfassung und Recht der Katholischen Kirche“ heißt es darin. Zudem werde sexuellen Missbrauch instrumentalisiert.

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Es gebe bereits eine gemeinsame Konferenz von Laien des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und Deutscher Bischofskonferenz (DBK), so die Initiative. Die Kirche leide „an einer Überstrukturierung der Kirche, die durch die Einrichtung einer zusätzlichen ,Synodalkonferenz‘“ noch verschärft würde. Notwendig seien vielmehr lebendige Jüngerkreise, diakonische und missionarische Initiativen, das „Hörern des Wortes“ und Gebetsgruppen.

Einfallstor für Ideologien und „Pressure groups"

Einzelne Kritikpunkte der Initiative richten sich gegen die „paritätische Dreiteilung von DBK, ZdK und „weitere(n) Gläubigen“ und die versuchte „Parlamentarisierung“ der Kirche. Unter dem Schlagwort „Synodalität“ würden sich Gremien bischöfliche Vollmachten aneignen und zugleich ein „Einfallstor für Ideologien, theologische Modeströmungen und politisierte Pressuregroups“ eröffnen. Dadurch könnten „das Evangelium gezähmt, verdunkelt und die Freiheit der Verkündigung eingeschränkt werden“. Die Initiative erkennt darin eine Vermischung von Parlamentarismus und Synodalität, vor der Papst Franziskus wiederholt gewarnt habe.

Während Franziskus, die Weltsynode und die römischen Instanzen die Bedeutung gemeinsamer Beratung betonten und Entscheidungen jeweils den zuständigen Amtsträgern – insbesondere den Bischöfen – vorbehielten, bestehe das ZdK auf „beraten und entscheiden“. Damit werde die „universalkirchlich gebotene Unterscheidung von beraten und entscheiden“ unterlaufen.

Es braucht eine „echte Partizipation aller an der Sendung Jesu“

Hinzu komme, so die Initiative, dass dieses neue Gremium sexuellen Missbrauch in der Kirche zur „Durchsetzung einer bisher nicht durchsetzbaren Reformagenda“ instrumentalisiere. „Die ‚Synodalen‘ zögen sich auf ein Konstrukt ‚systemischer Schuld‘ zurück und verdeckten damit persönliche Verfehlungen“, heißt es unter Hinweis auf das Trierer Gutachten.

Der „Neue Anfang“, der sich nach eigenen Angaben „für die Reinigung, Erneuerung und Erweckung der Katholischen Kirche in Deutschland“ sowie eine „missionarische Dynamisierung“ und „geistlich-synodale Prozesse nach Art der Weltsynode“ einsetzt, plädiert in seiner Stellungnahme „für den Abschied von einer Kirche der passiven Mitglieder“. Es brauche eine „echte Partizipation aller an der Sendung Jesu“, eine „Kirche der Jünger, in der Laien und Kleriker ihre je eigene Berufung erkennen und mit Leben erfüllen“.  DT/dsc

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