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Christen in Bethlehem bitten um Hilfe und Gebet

Die Lage in Bethlehem, dem wichtigsten Zentrum der Christen im Westjordanland, sei „schrecklich", berichtet ein Betroffener gegenüber dem Hilfswerk "Kirche in Not".
Israelischer Christ Rony Tabash
Foto: Kirche in Not | Die Menschen seien erschöpft von Terror und Krieg, so Rony Tabash, hier zu sehen im Bild mit Familienmitgliedern vor dem gemeinsamen Laden.

Die Auswirkungen des Krieges in Israel sind auch im Westjordanland spürbar, so auch in Bethlehem, dem wichtigsten Zentrum der christlichen Gemeinschaft vor Ort. Rony Tabash, Familienvater und Christ, dessen Familie seit fast einem Jahrhundert in Bethlehem wirkt, hat im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ seine Verzweiflung angesichts der aktuellen Lage ausgedrückt.

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Über „dem Himmel von Bethlehem“ seien bereits Raketen geflogen, so Tabash. Die Sorge um die Sicherheit der Familie sei allgegenwärtig: „Meine Kinder wollen nicht mehr von meiner Seite weichen.“ Die Menschen seien erschöpft von Terror und Krieg: „Wir sind müde, wir wollen Frieden, nur Frieden für unsere Kinder und Familien.“ Die Lage sei laut dem Familienvater „schrecklich. So etwas habe ich noch nie erlebt, niemals!“ Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet, seien nach nicht überprüfbaren Angaben der Hamas bis Montag bei Gegenschlägen des israelischen Militärs im Westjordanland rund 130 Menschen umgekommen.

„Hier ist niemand mehr“ 

Laut der KNA habe der palästinensische Präsident Mahmud Abbas bei einem Treffen am Sonntag mit US-Außenminister Antony Blinken in Ramallah Schritte besprochen, die zu Ruhe und Stabilität im Westjordanland führen sollen. Abbas erklärte sich bereit, „volle Verantwortung“ für den Gazastreifen zu übernehmen, aber nur als Teil eines „Pakets“ mit einer umfassenden politischen Lösung, die auch das Westjordanland und Ost-Jerusalem miteinbeziehe.

Wie Tabash dem Hilfswerk „Kirche in Not“ berichtete, hätten nach dem Angriff der Hamas vor fast einem Monat und dem darauffolgenden Ausbruch des Krieges nahezu alle Pilger Bethlehem verlassen. Auch die Grenzübergänge nach Israel wurden geschlossen. „Hier ist niemand mehr“, erzählt der Händler. „Ich mache mir nicht nur Sorgen um unser Einkommen, sondern auch um die Zukunft der christlichen Orte und Familien.“

Besonders durch die Grenzschließungen könnten viele Menschen ihre Arbeitsplätzen in Jerusalem nicht mehr erreichen und würden so ihr Einkommen verlieren. Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft wanderten aus – darunter auch Christen, erklärte Tabash: „Einer meiner Freunde, der ein kleines Busunternehmen hatte, hat am vergangenen Wochenende das Heilige Land verlassen.“ Den meisten Christen stehe diese Möglichkeit jedoch nicht zur Verfügung. 

Was aufrechterhält, ist der Glaube

Er und seine Familie hätten sich jedoch bewusst entschieden zu bleiben, so der junge Vater: „Ich bin der Einzige hier, der noch jeden Tag seinen Laden öffnet. Was mich aufrechterhält, ist der Glaube. Ohne ihn könnte ich keine Minute lang weitermachen. Wir haben die Hoffnung verloren. Das Einzige, was wir noch haben, ist der Glaube.“

Seine eigene Aufgabe sehe er darin, zu bleiben: „Wir leben an dem Ort, an dem Jesus geboren wurde. Wir können nicht gehen.“ Bethlehem sei aber nicht nur ein wichtiger Ort für die Christen im Westjordanland, sondern als Geburtsort Jesu von zentralem Wert für Christen auf ganzen Welt: „Es ist jetzt an der Zeit, uns zu helfen und an den heiligen Orten präsent zu sein“, appelliert Tabash.

Auch wenn es die aktuellen Lage nicht ermögliche, den Ort zu besuchen, bat er um Verbundenheit auf andere Weisen: „Kommt mit euren Gebeten, kommt mit euren Friedensaktionen, kommt mit eurer Hilfe für die christlichen Familien! Es ist das Schweigen, das mir Angst macht.“ DT/jmo

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