Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Gedenkort

Bundestag beschließt Mittel für Mahnmal zur kommunistischen Diktatur

Nach jahrelanger Vorbereitung ist die Finanzierung gesichert. Die Bundesstiftung Aufarbeitung übernimmt die Durchführung und sieht den Ort als angemessen für die Trauer der Betroffenen.
Stasi-Unterlagen-Archiv
Foto: MaurizioxGambarini (www.imago-images.de) | Stasi-Unterlagen-Archiv: Die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Lichtenberg war mit rund 50 Gebäuden und Tausenden Büros ein riesiger Komplex, in dem zu DDR-Zeiten bis zu 7.000 ...

Der Deutsche Bundestag hat die Finanzierung des zentralen Denkmals zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland beschlossen. Laut einer Mitteilung des Presse  und Informationsamts der Bundesregierung stehen ab 2026 fünf Millionen Euro aus dem Haushalt des Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) bereit. Damit erhält das seit Jahren vorbereitete Projekt erstmals eine gesicherte finanzielle Grundlage.

Lesen Sie auch:

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die seit 2020 im Auftrag der Bundesregierung die Planung und Koordinierung des Mahnmals verantwortet, begrüßt den Beschluss ausdrücklich. Stiftungsdirektorin Anna Kaminsky erklärte: „Mit der gesicherten Finanzierung kann der Wettbewerb für 2026 zeitnah ausgeschrieben werden. Viele Betroffene und deren Angehörige hoffen seit Langem, diesen zentralen nationalen Gedenkort als angemessenen Trauerort erleben zu dürfen.“

Erinnerung an politische Verfolgung, Repression und fehlende Freiheitsrechte in der DDR

Das Mahnmal entsteht im Berliner Spreebogenpark zwischen Kanzleramt, Paul-Löbe-Haus und Hauptbahnhof – einer prominenten, täglich stark frequentierten Fläche. Bereits 2019 hatte der Bundestag die Errichtung beschlossen und damit einen bundesweiten Gedenkort für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft angekündigt. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet das Projekt; die 2020 veröffentlichte Konzeption bildet die Grundlage für Wettbewerb und Umsetzung.

Der Gedenkort soll an politische Verfolgung, Repression und fehlende Freiheitsrechte in der DDR erinnern. Mehr als 600 Menschen starben beim Versuch, über die Mauer oder die innerdeutsche Grenze zu fliehen. Für Dieter Dombrowski, Vorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und ehemaliger politischer Häftling, ist das Mahnmal „überfällig“.

Mit dem Bundeshaushalt 2026 wird das Vorhaben zusätzlich gestärkt: Anna Kaminsky betont, die konkrete Erinnerung sei notwendig, „um die Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie sichtbar zu machen“.  DT/jg

Themen & Autoren
Meldung Bundeskanzleramt Deutscher Bundestag Dieter Dombrowski Mahnmale SED-Diktatur

Weitere Artikel

Vor 50 Jahren fand in Argentinien ein rechter Militärputsch statt. Will Präsident Javier Milei die bisher bestehende Gedenkkultur an die Opfer der Diktatur schleifen?
23.03.2026, 17 Uhr
Manuel Meyer

Kirche

Beten, suchen, klopfen —und dann? Der sogenannte Rogate-Sonntag lädt zu einer Betrachtung über das Beten ein. Auch alle, die längst zu wissen glauben, wie das geht.
10.05.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt
Der Christ lebt anders: Er hat Hoffnung, er hat Zukunft, schreibt Erzbischof Georg Gänswein. Diese Hoffnung kommt aus dem Glauben, der den Weg der Liebe weist.
09.05.2026, 21 Uhr
Georg Gänswein
Update der Priesterausbildung in Deutschland: Die Bischöfe setzen mit der überarbeiteten Rahmenordnung neue Akzente und dulden blinde Flecken.
09.05.2026, 11 Uhr
Helmut Hoping
Die erste Spanienreise des Pontifex könnte zu einer transatlantischen Lehrstunde für Washington werden.
09.05.2026, 17 Uhr
Regina Einig
Der US-Außenminister wird von Leo XIV. in Privataudienz empfangen. Die verbalen Attacken von Donald Trump gegen den Pontifex finden in den anschließenden Mitteilungen keine Erwähnung.
08.05.2026, 08 Uhr
Maximilian Lutz