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Angst fressen Seele auf

Juden in Deutschland müssen sich sicher fühlen können – ohne jede Einschränkung. Sonst geht das diabolische Spiel der Terroristen auf.
Pro-palästinensische Demonstration
Foto: Jean MW/Geisler-Fotopress via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Unterstützung von Terror kann ein demokratischer Staat nicht tolerieren. Archivbild von einer Pro-Palästinenser-Demonstration in Berlin.

Deutschland ist ein Rechtsstaat. Da wo Recht herrscht, da besteht Freiheit von Schrecken und Furcht. Terror-Organisationen wie die Hamas wissen das, ihre Raketen sind auch auf die Psyche der Menschen in den westlichen Rechtsstaaten gerichtet. Ihr Sicherheitsgefühl soll zermürbt werden, ihr Grundvertrauen verloren gehen, Panik sich verbreiten und am Ende – das ist das wichtigste Ziel der Terroristen – zerbricht die Solidarität der Bürger untereinander. Der Terror erzeugt Verwirrung, die Maßstäbe geraten auseinander.

Neue Spiralen

Diesem im wahrsten Sinne des Wortes diabolischen Spiel muss mit aller Kraft schnell ein Ende gesetzt werden. Denn es entfaltet sich in immer neue Spiralen. 

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Wenn an Häuser Davidsterne gemalt werden, um dort lebende Juden an den Pranger zu stellen, wenn auf Demonstrationen Israel-Hass verbreitet wird, wenn jüdische Schüler gemobbt werden oder Juden sich nicht trauen, mit Kippa über die Straße zu gehen, dann reicht es nicht aus, bloß erschrocken die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen. In der Furcht verharrend, so würden wir den Terroristen gefallen, die ja mit viel Geschick seit Jahren ihr diabolisches Gedankengut nicht ohne Grunde nach Europa exportieren. Im Übrigen: Dieser Schrecken wäre ja auch nicht neu. Denn wer genau hingeschaut hat, der kann schon seit langer Zeit erkennen, wie diese Form des Antisemitismus immer mehr anwächst. Aber jetzt ist nicht die Zeit, um Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten, jetzt muss gehandelt werden. 

Stabile Gesellschaft

Es ist gut und ein erster Schritt, wenn Bundeskanzler Olaf Scholz nun angekündigt hat, dass Unterstützer-Organisationen der Hamas hier in Deutschland verboten werden. Es ist davon auszugehen, dass aktuell in allen Innenministerien der Länder wie des Bundes an neuen, auf die Lage angepassten Sicherheitskonzepten gearbeitet wird. Freilich müssen hier schnell, sehr schnell Ergebnisse öffentlich sichtbar werden.

Aber wir dürfen auch nicht vergessen, der Grundherausforderung ist nicht allein mit polizeilichen Mitteln zu begegnen. Wir stehen vor einer geistigen Aufgabe. „Angst fressen Seele auf“ – der Titel des bekannten Fassbinder-Films bringt es auf den Punkt. Diese Gesellschaft muss psychisch stabil bleiben. Und ja, hier ist die Kirche gefordert. Jemand muss sich um die Seelen derer sorgen, die angesichts der Weltlage in den Sog der Furcht und des  Schreckens geraten. Wir müssen uns alle an den Satz des großen polnischen Papstes erinnern: „Habt keine Angst!“ Und natürlich auch daran, in wem der Heilige Johannes Paul II. den Erlöser von Schrecken und Furcht gesehen hat.  

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