Lebensrecht

Gibt es ein „Recht auf Abtreibung“?

Warum diejenigen, die eine solches Recht fordern, in Wahrheit die Anarchie ausrufen.
Demonstrationen gegen ein erfundenes "Recht auf Abtreibung"
Foto: Paul Zinken (dpa) | "It's a child, not a choise" - "Es ist ein Kind, keine Wahl" steht auf einem Schild beim "Marsch für das Leben". Ein Recht auf Abtreibung kann es nicht geben.

Als der US-Supreme Court kürzlich die Entscheidung „Roe vs. Wade“ aus dem Jahr 1973 kippte und zurücknahm, war vielerorts zu lesen und zu hören, die konservative Mehrheit der Richter des Obersten Gerichtshof der USA, hätte den Amerikanerinnen ein Grundrecht gestohlen. US-Präsident Joe Biden sucht seitdem fieberhaft nach Möglichkeiten, ein „Recht auf Abtreibung“ in einem Bundesgesetz festzuschreiben. Eine Mehrheit des Europäischen Parlaments fordert die Aufnahme eines „Rechts auf Abtreibung“ in die „Charta der Menschenrechte der Europäischen Union“. Und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plant gar, ein „Recht auf Abtreibung“ in die Verfassung der „Grande Nation“ aufzunehmen.

Lesen Sie auch:

Aber kann es ein „Recht auf Abtreibung“ überhaupt geben? Und falls ja, was würde das eigentlich bedeuten? Fragen, denen Tagespost-Sonderkorrespondent Stefan Rehder in einem lesenswerten, ganzseitigen Essay für das Ressort „Glaube & Wissen“ in der kommenden Ausgabe dieser Zeitung (14. Juli) nachgeht.

Interessante Ergebnisse

Darin kommt der Bioethik-Experte, Journalist und Sachbuchautor zu interessanten Ergebnissen. Etwa dem, dass der Versuch, ein „Recht auf Abtreibung“ mit einem „Recht auf Privatheit“ zu begründen, „der Versuch der Eröffnung beziehungsweise Verteidigung eines rechtsfreien Raumes“ sei, „in dem Staaten das Gewaltmonopol privatisieren und Ärzte auf Wunsch der Eltern vom Tötungsverbot suspendieren“.

Die Tötung eines Menschen im Mutterleib sei überdies gar „keine private, sondern eine ganz und gar öffentliche Angelegenheit“. Denn wer meine, „entscheiden zu dürfen, ob ein anderer weiterleben darf“, bestreite die „Unverfügbarkeit des Lebens“ von Menschen durch ihresgleichen und erkläre damit „zugleich auch das Leben aller anderen“ prinzipiell „für antastbar“. DT/reh

Lesen Sie einen ganzseitigen Essay zur Frage, ob es denn ein Recht auf Abtreibung überhaupt geben könne in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Weitere Artikel
Das Europäische Parlament warnt vor einer „Abschaffung des Rechts auf Abtreibung in den USA“. Linke, Liberale, Sozialdemokraten und Grüne stimmen geschlossen für die Abtreibungs-Agenda.
16.06.2022, 11  Uhr
Stephan Baier
Europäisches Parlament warnt vor „Abschaffung des Rechts auf Abtreibung in den USA“ – Linke, Liberale, Sozialdemokraten und Grüne stimmen geschlossen für die Abtreibungs-Agenda.
09.06.2022, 14  Uhr
Meldung
Ist Osteuropa der "neue Westen"? Warum in Paris und Berlin jetzt Realismus gegenüber Russland und Lernbereitschaft gefragt sind.
15.04.2022, 11  Uhr
Stefan Meetschen
Themen & Autoren
Vorabmeldung Emmanuel Macron Joe Biden Schwangerschaftsabbruch

Kirche

Zeugnisse, Gebet und Hoffnung auf Frieden: 60 000 Jugendliche pilgern zum Mladifest 2022 nach Medjugorje.
14.08.2022, 11 Uhr
Jerko Malinar
In Skandinavien gibt es so gut wie keine Forderungen nach dem Priesteramt für Frauen, aber den Wunsch nach mehr Hilfe, um dem Glauben und der Lehre der Kirche entsprechend zu leben.
11.08.2022, 13 Uhr
Regina Einig
Beim 25. Forum Altötting knüpfen die Gemeinschaft Emmanuel und die Kreisstadt an die Sehnsucht der Menschen an.
13.08.2022, 19 Uhr
Esther von Krosigk
Mitten im ökumenischen Winter tagt die Lambeth Conference der Anglikaner. Diametral verschiedene Auffassungen prallen aufeinander.
12.08.2022, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer