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DER DICKE HUND: Sie sind gemeint, nicht nur mitgemeint!

Journalisten sollen mit Sprache vertraut sein. Eigentlich. Zunehmend gerieren sich Redaktionen - vorwiegend der öffentlich-rechtlichen Anstalten - besonders gerecht: gendergerecht. Man paust und schluckt, man gluckst und betont und schafft so echte Ausgrenzungen: Mit diesen Sprachverhunzungen kann man nicht allen und allem gerecht werden.
Anne Will 2018
Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild) | Witzig: ARD-Fernsehjournalistin Anne Will versucht mit einem provokanten Tweet Aufmerksamkeit zu erregen. Will scheint nicht zu ahnen, dass sie damit ihre Schwächen in deutscher Grammatik offenbart.

Neuerdings haben Rundfunk- und Fernsehmoderatoren einen Dauerschluckauf. Das ist keine Pandemie. Das ist Klang gewordener Gendersprech. Der Genderstern oder Genderdoppelpunkt wird durch eine glucksende Sprechpause kenntlich gemacht. Klingt lustig, ist es aber nicht. Verstehen kann man das kaum noch. Man wolle diskriminierungsfrei kommunizieren und achte dabei auch darauf, wie sich Gesellschaft und Sprache verändere, antwortet das ZDF auf Facebook auf einen kritischen Zuschauerkommentar.

„Nur mitgemeint – und damit diskriminiert –
fühlte sich Moderatorin Anne Will.“

Denkt man Gender jedoch zu Ende, so ist der Gluckser nach wie vor ausgrenzend. Viele müssen sich wiederum diskriminiert fühlen, weil sie aufgrund anderer persönlicher Merkmale, wie nichtbinärem Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe und vielem anderen nur mitgemeint sind. Nur mitgemeint – und damit diskriminiert – fühlte sich Moderatorin Anne Will. In einem provozierenden Tweet gegen das grammatikalisch korrekte generische Maskulinum auf einem Plakat in Berlin polemisierte Will. „Berliner halten zusammen“ wurde dort postuliert.

Im Gegensatz zu einem am Ende die meisten doch wieder nur mitmeinenden Gendergaga ist allein das generische Maskulinum wirklich umfassend. Die Anrede „Berliner“ meint alle Berliner und unterscheidet dabei ganz im Sinne unserer Verfassung weder nach Rasse, Herkunft, Geschlecht oder allen anderen denkbaren Kriterien möglicher Diskriminierung. Alle sind wirklich gemeint und niemand ist nur mitgemeint.

Weder Kant noch Goethe sahen eine Notwendigkeit zu gendern

Die deutsche Sprache gilt nicht umsonst als Sprache der Dichter, Denker und Philosophen. Es findet sich im Deutschen ein hohes Potenzial zur Verallgemeinerung, verbunden mit exzellenter Fähigkeit zu Differenzierung. Diese Möglichkeiten unserer Sprache brachten literarische und philosophische Werke von Weltrang hervor. Dank konsequenter Anwendung und hoher Kunst des klaren Ausdrucks konnte die Sprache Gedanken in schärfster Klarheit fassen.

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Weder Kant noch Goethe sahen hingegen auch nur die geringste Notwendigkeit zu gendern. Weder dem einen noch dem anderen könnte man vorwerfen, dümmer als heutige Eliten gewesen zu sein. Dass heute das generische Maskulinum ernsthaft mit natürlicher Männlichkeit gleichgesetzt wird, ist nichts anderes als ein Sprach- und Bildungsdesaster. Wortunfälle wie „Steuer-Innen-Zahler“ und ähnlicher Unsinn sind die Folge. Ein generisches Maskulinum ist eine kaum genug zu schätzende sprachliche Errungenschaft. Wer mangels Bildung wirklich denkt, grammatikalisches und natürliches Geschlecht in jedem Falle gleichsetzen zu wollen, macht den Mond zu einem Macho und diskriminiert das Mädchen als Sache.

Genderideologie und -sprache spalten die Gesellschaft

Gendersprech ist Sprachverhunzung gewordene Ideologie, die auch in den Medien kritisiert wird. ARD-Reporterin Julia Ruhs befürchtet in Videostatement für das Morgenmagazin sogar eine Spaltung der Gesellschaft in eine gendernde Wohlfühl- elite und normale Menschen. Die Gendersprache sei künstlich geschaffen und fern vom natürlichen Sprachgefühl, kritisiert sie das oft gehörte Argument, Gender sei natürliche Entwicklung der Sprache. Wenn ausgerechnet Medienschaffende an einer Spaltung der Gesellschaft durch Sprache arbeiten, dann ist das ein Dicker Hund.

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