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Neue Sprache für stillende Transgender

In Großbritannien soll es künftig „Menschenmilch“ statt Muttermilch heißen, damit sich „Transmänner“ mit Babys nicht ausgeschlossen fühlen.
Stillen: Der Begriff Muttermilch soll ersetzt werden durch Menschenmilch
Foto: Paul Zinken (dpa)

Aus Rücksicht auf „Transgender“ sollen britische Hebammen künftig einen neuen Begriff für das Stillen von Babys verwenden. Darauf dringen Universitätskrankenhäuser in ihrer Hebammenausbildung, wie die Londoner Zeitung „The Times“ als erste berichtete. Statt des traditionellen „die Brust geben“ (Breastfeeding) soll es „Brustkorb-Füttern“ (Chestfeeding) heißen. Das Wort „Breastmilk“ – was Brustmilch oder besser Muttermilch bedeutet – soll ersetzt werden durch ein neutrales „Human Milk“ (Menschenmilch) oder „Milch vom stillenden Elternteil“.

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"Transgender"-Sprachrichtlinien für Hebammen

Diese Richtlinien hat der Trust der Brighton und Sussex Universitäts-Krankenhäuser (BSUH) im Gesundheitsdienst NHS erlassen. Es ist das erste staatliche Krankenhaus, das in Großbritannien solche „Transgender“-Sprachrichtlinien für Hebammen umsetzt.

Die neue Wortwahl soll „inklusiv“ sein und stillende „Transmänner“ mit Babys einschließen. „Transmänner“ sind biologisch gesehen Frauen, die sich als Männer definieren. Das Krankenhauspersonal und die Hebammen sollen künftig von „Mutter oder gebärende Person“ sprechen.

Die neue „trans-freundliche“ Richtlinie hat für einigen Wirbel gesorgt, nachdem die „Times“ auf der Titelseite darüber berichtete. Der bekannte TV-Moderator Piers Morgan sagte in seiner „Good Morning Britain“-Show, nachdem er eine Nachricht einer „Transperson“ vorlas, die selbst die neue Sprachregelung ablehnte: „Das ist Nonsense und dieser PC-Nonsense mit der Sprache hat den gegenteiligen Effekt von dem Gewünschten. Es nervt und verärgert die Leute, das bringt keine Inklusion“, so Morgan. Er sei für Respekt für Transpersonen. Man könne aber nicht Hebammen anweisen, nicht mehr „die Brust geben“ zu sagen, weil das ein paar Leute aufrege, obwohl 99 Prozent der Stillenden „die Brust geben“. Die Leitung der Brighton und Sussex Universitäts-Krankenhäuser sagte, sie wolle die Worte Mutter oder Mutterschaft nicht vollständig abschaffen, sondern nur ergänzen.

Britischer Kulturkampf um die Sprache

Laut „Times“ wird geschätzt, dass ein Prozent der erwachsenen britischen Bevölkerung sich als „Transgender“ oder „nicht-binär“, also weder Frau noch Mann, bezeichnen. Es gibt jedoch auch deutlich niedrigere Schätzungen, die nur vom Promillebereich für Transsexuelle ausgehen. Der Ort Brighton gilt als Schwulen- und LGBT-Hochburg.

In Großbritannien ist der Kulturkampf um die Sprache, der von LGBT-Aktivisten und ihren Sympathisanten geführt wird, besonders scharf. Einige radikale Trans-Aktivisten wollen die Worte Frau und Mann oder Mutter und Vater generell abschaffen.

Wer widerspricht, wird wüst angegriffen. Dies bekam im vergangenen Jahr die Schriftstellerin J.K. Rowling, die Erfinderin von Harry Potter, zu spüren. Sie hatte die Formulierung „Menschen, die menstruieren“ statt Frauen kritisiert und wurde dafür in zahlreichen Kommentaren als „transphob“ attackiert und mit Hassbotschaften in den Sozialen Medien überschüttet. 

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