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Benedikt, der Menschenfreund

Ein Papst besucht den deutschen Bundestag, das gab es noch nie. Papst Benedikts Ansprache vor den Abgeordneten klingt bis heute nach.
Papst Benedikt Bundestag
Foto: imago stock&people | Mit Papst Benedikt XVI. sprach 2011 erstmals ein Papst im Rahmen seines Staatsbesuchs in Deutschland zu den Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

Wahrscheinlich ist es mit die wichtigste Rede während seines Pontifikates gewesen: die Ansprache von Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag am 22. September 2011. „Die Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Frieden schaffen. Natürlich wird ein Politiker den Erfolg suchen, der ihm überhaupt die Möglichkeit politischer Gestaltung eröffnet. Aber der Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Verstehen für das Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit“, wandte er sich damals an die Abgeordneten.

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Erzbischof Georg Gänswein, sein langjähriger Sekretär, macht auf den großen Widerhall dieser Rede aufmerksam. „Ich halte die Berliner Rede, zusammen mit anderen, für eine der wichtigen, großen Reden, die Papst Benedikt in Deutschland gehalten hat“. Weiter spricht der vormalige Sekretär über die kleinen Dinge, über welche Papst Benedikt sich freuen konnte. Gleichzeitig habe auch er selbst anderen durch kleine Dinge Freude bereitet. „Für ihn war das Kleine das Große – in manchen Punkten“, erinnert Gänswein sich. Er habe gegeben, aber auch empfangen.

Es gibt noch unentdeckte „Benediktschätze”

Die österreichische Nationalabgeordnete der ÖVP, Gudrun Kugler, beschreibt, welcher Gewinn für die praktische Politik in Benedikts Ansprachen liegt. Bei Benedikt finde sie Konklusionen, die ihr jahrelang abgenötigt wurden, schon in einem Nebensatz erwähnt.

„Meine Erfahrung ist, dass einige ,Benediktschätze‘ noch unentdeckt sind. Meine Befürchtung ist, dass einige auch unentdeckt bleiben werden“, gibt Kugler jedoch zu bedenken.

Die Redaktion dankt Radio Horeb für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung des Mitschnitts der Ansprache Papst Benedikts im Bundestag.

Dieser Podcast wurde von der Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.-Stiftung in München gefördert. Die „Tagespost“ machte sich darin auf Spurensuche zu einem der größten Theologen unserer Zeit. Viele seiner Schriften und Texte werden heute noch gelesen. Doch wer war dieser große Papst eigentlich? Was sagt er selbst und wie haben die Menschen, die ihn kennengelernt haben, ihn erlebt? Die Antworten darauf und vieles mehr erfahren Sie im Podcast. DT

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