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Benedikt und die Kirchenväter

Papst Benedikt liebte den heiligen Augustinus. Das bringt er in der Enzyklika „Deus caritas est“ und seiner Doktorarbeit über den Heiligen zum Ausdruck.
Papst Benedikt in München-Riem
Foto: dpa | Papst Benedikt XVI. sah in Augustinus einen intellektuellen Giganten, der die westliche Theologie begründete.

Papst Benedikt XVI. hat die Kirchenväter geliebt – besonders den heiligen Bischof Augustinus, den er als seinen großen Lehrer betrachtete. Die Liebe zum Studium der heiligen Schrift und die Gabe, andere in schwierigen Zeiten im Glauben zu stärken, verband die beiden. Am 16. Januar 2008 beschrieb Papst Benedikt in einer Audienz die letzten Lebensjahre des heiligen Augustinus. „Im dritten Monat der Belagerung Hippos erkrankte Augustinus schwer. Im Bewusstsein, dass niemand ohne eine angemessene Buße aus dem Leben scheiden kann, verbrachte er seine letzten Lebenstage in intensivem Gebet und ließ sich dazu die Bußpsalmen Davids an die Wand vor seinem Bett heften.

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Am 28. August 430 fand schließlich das Herz dieses großen Bischofs und Kirchenlehrers seine Ruhe in Gott. Sein Einsatz bis zum Lebensende und sein Sterben zeigt uns nochmals die Größe dieses Menschen“, berichtete Benedikt. In Augustinus‘ Schriften fand er ein Leitmotiv seiner theologischen Forschung und Lehre: die Verbindung von Glauben und Vernunft und eine ihm schlüssige Beschreibung der Kirche.

Augustinus war verliebt in Gottes Liebe

Seine Verehrung für Augustinus brachte Papst Benedikt auch mit der Enzyklika „Deus caritas est“ zum Ausdruck. Vor allem der erste Teil sei stark vom Denken des heiligen Augustinus beeinflusst. Augustinus, so Papst Benedikt, sei verliebt gewesen in die Liebe Gottes und habe sie in all seinen Schriften gepriesen, betrachtet, verkündet und vor allem in seinem Hirtendienst bezeugt.

Papst Benedikts langjähriger Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, erklärt, was den Papst an den Kirchenvätern interessierte. „Ihm ist klar geworden, dass die Frische der Theologie in den Kirchenvätern vorhanden ist. Im Laufe der Zeit ging sie verloren“, sagt Gänswein. „Deshalb ist er überzeugt, das Studium der Kirchenväter führt zurück zu den Quellen.“ Auch an die Reise nach Pavia – zu Augustinus‘ Grab – erinnert sich Gänswein. Sie sei ein ausdrücklicher Wunsch Benedikts gewesen.

Manuel Schlögl, Priester und Lehrstuhlinhaber für Dogmatik an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie, erläutert, was an Joseph Ratzingers Doktorarbeit so besonders war. Das Thema lautet: „Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre“. Die Doktorarbeit entwerfe ein Bild des christlichen Glaubens insgesamt, so Schlögl. Es gehe um die Kirche, aber auch um die Gottes- und Nächstenliebe als Grundgesetz der christlichen Existenz, um das Gebet, die Eucharistie und das Verständnis von Jesus Christus selber. „Es eröffnet einen Zugang vom jungen Joseph Ratzinger und seiner Vision von Theologie und Kirche“, sagt Schlögl.

Die Redaktion dankt Radio Horeb für die Bereitstellung der Audiodateien.

Dieser Podcast wurde von der Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.-Stiftung in München gefördert. DT/elih

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