Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um „5 vor 12“

Vor der DBK-Vollversammlung: Auf Konfrontationskurs

Der radikal-synodale Flügel in der Bischofskonferenz zeigt dem künftigen Vorsitzenden die Instrumente.
Der scheidende DBK-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing
Foto: Synodaler Weg / Marko Orlovic | Bischof Georg Bätzing, hat in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ zum Rundumschlag ausgeholt: gegen Kurienkardinäle und deutsche Bischöfe, die ihn angeblich in Rom beim Papst verleumdet und den Verdacht des Schismas auf ...

Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Würzburg beginnt mit Missklängen. Der scheidende Vorsitzende der Konferenz, Bischof Georg Bätzing, hat in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ zum Rundumschlag ausgeholt: gegen Kurienkardinäle und deutsche Bischöfe, die ihn angeblich in Rom beim Papst verleumdet und den Verdacht des Schismas auf ihn gelenkt haben sollen.

Lesen Sie auch:

Dass ein Vorsitzender einen so gravierenden Vorwurf in den Medien erhebt, anstatt theologische und zwischenmenschliche Konflikte unter Mitbrüdern im forum internum zu klären, ist ein beispielloser Vorgang und zeigt, wie tief gespalten der deutsche Episkopat in Wirklichkeit ist.

Nicht nur Bätzing geht auf Konfrontationskurs

Der Vorsitzende als Opfer übler bischöflicher Machenschaften? Bätzing ist nicht der einzige Verfechter des Synodalen Wegs, der im Vorfeld der Wahl des neuen Vorsitzenden auf Konfrontationskurs geht. Auch die Mitteilung des Bistums Aachen, dass Priester und Laien Pfarreien künftig gemeinsam leiten, ploppt sicher nicht rein zufällig just im Vorfeld des Würzburger Treffens auf. Sie entspricht dem synodal antrainierten Stil, Zweifel an der tatsächlichen Handlungsvollmacht geweihter Amtsträger in der Seelsorgepraxis zu nähren. In den Aachener Leitungsteams sind vier Laien und ein Geistlicher vorgesehen – ein bemerkenswertes Zahlenverhältnis für Gemeinden, deren Fläche sich nicht mit lateinamerikanischen Großpfarreien und deren extremen geografischen Herausforderungen vergleichen lässt. Ein Geschäftsverteilungsplan soll die konkrete Aufgabenverteilung regeln. 

Wir erinnern uns: In der Endlos-Saga der misslungenen Aachener Bistumsreform warnte der Vatikan den – inzwischen emeritierten – Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff schon im Jahr 2009 brieflich vor „ernsten Risiken“. Die Verwirrung greife um sich, die Besorgnis wachse, die korrekte Zusammenarbeit von Priestern und Laien sei gefährdet, lautete die besorgte Einschätzung in Rom. Daran dürfte sich durch Doppelspitzen nichts ändern. Der künftige Vorsitzende darf kaum auf Rücksichtnahme hoffen. Dem synodal-radikalen Flügel der Konferenz scheint es schlicht egal zu sein, wer unter ihm Vorsitzender wird.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Regina Einig DBK-Vollversammlung

Weitere Artikel

Die Bischöfe widersetzten sich den Bestrebungen der AfD, die Kirche zu diskreditieren, so der DBK-Vorsitzende Wilmer. Bald will er in Rom die Satzung der Synodalkonferenz anerkennen lassen.
26.02.2026, 16 Uhr
Regina Einig
Woelki, Voderholzer, Oster: Nach der Wahl des Hildesheimer Bischofs zum neuen DBK-Vorsitzenden ist die Stimmung auch unter der konservativen Bischofsminderheit positiv.
26.02.2026, 14 Uhr
Meldung
Bischof Heiner Wilmer blickt auf eine lange geistliche Laufbahn zurück. Der neue DBK-Vorsitzende kennt die Weltkirche gründlicher als die meisten seiner deutschen Mitbrüder.
25.02.2026, 10 Uhr
Regina Einig

Kirche

Weltmission sei ein Antidepressivum für unsere Kirchenfrustration, meint Pater Karl Wallner. Über die Sünden des Westens und die Glaubensfreude der afrikanischen Christen.
09.04.2026, 19 Uhr
Stephan Baier
Doch keine Rückkehr des Glaubens? Die vielbeachtete quiet-revival-Studie war fehlerhaft. Letztlich sollte die Hoffnung aber nicht von Zahlen abhängen.
09.04.2026, 17 Uhr
Jakob Ranke
Kein Wunder, dass die traditionelle Wallfahrt wächst. Schließlich ist sie radikal in der Christusnachfolge – und das zieht an.
09.04.2026, 13 Uhr
Elisabeth Hüffer
Papst Leo macht einen Erzbischof zum Botschafter in Berlin, der als Niederländer die Lage der deutschen Amtskirche bestens einschätzen kann.
09.04.2026, 13 Uhr
Guido Horst