Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Würzburg beginnt mit Missklängen. Der scheidende Vorsitzende der Konferenz, Bischof Georg Bätzing, hat in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ zum Rundumschlag ausgeholt: gegen Kurienkardinäle und deutsche Bischöfe, die ihn angeblich in Rom beim Papst verleumdet und den Verdacht des Schismas auf ihn gelenkt haben sollen.
Dass ein Vorsitzender einen so gravierenden Vorwurf in den Medien erhebt, anstatt theologische und zwischenmenschliche Konflikte unter Mitbrüdern im forum internum zu klären, ist ein beispielloser Vorgang und zeigt, wie tief gespalten der deutsche Episkopat in Wirklichkeit ist.
Nicht nur Bätzing geht auf Konfrontationskurs
Der Vorsitzende als Opfer übler bischöflicher Machenschaften? Bätzing ist nicht der einzige Verfechter des Synodalen Wegs, der im Vorfeld der Wahl des neuen Vorsitzenden auf Konfrontationskurs geht. Auch die Mitteilung des Bistums Aachen, dass Priester und Laien Pfarreien künftig als Doppelspitze gemeinsam leiten, ploppt sicher nicht rein zufällig just im Vorfeld des Würzburger Treffens auf. Sie entspricht dem synodal antrainierten Stil, Fakten zu schaffen, ohne sich um das Kirchenrecht zu scheren.
Wir erinnern uns: In der Endlos-Saga der misslungenen Aachener Bistumsreform warnte der Vatikan den – inzwischen emeritierten – Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff schon im Jahr 2009 brieflich vor „ernsten Risiken“. Die Verwirrung greife um sich, die Besorgnis wachse, die korrekte Zusammenarbeit von Priestern und Laien sei gefährdet, lautete die besorgte Einschätzung in Rom. Daran dürfte sich durch Doppelspitzen nichts ändern. Der künftige Vorsitzende darf kaum auf Rücksichtnahme hoffen. Dem synodal-radikalen Flügel der Konferenz scheint es schlicht egal zu sein, wer unter ihm Vorsitzender wird.
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.









