Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Neues von Kristina Hänel

Kristina Hänel: Tagebuch einer Abtreibungsärztin

Das Tagebuch einer Abtreibungsärztin, die keine sein will, verrät viel über das „Who is Who“ der Abtreibungslobby und ihre Vernetzung mit der Politik.
Gießener Ärztin veröffentlicht Tagebuch
Foto: Silas Stein (dpa) | Am 9. Juli will die Stadt Marburg die Abtreibungsärztin Kristina Hänel im Rathaus der Stadt mit dem „Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte“ auszeichnen.

Seit fast zwei Jahren Kristina Hänel ist praktisch omnipräsent. Die wegen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Abtreibungen (§ 219a Strafgesetzbuch) in zwei Instanzen verurteilte Gießener Allgemeinärztin tritt in Talkshows wie „Anne Will“ auf, gibt Interviews im „Deutschlandfunk“, twittert, hält Vorträge und wird mit Preisen und Ehrungen überschüttet. Am Freitag erst trat sie zusammen mit ihrem Kollegen, dem Münchner Abtreibungsarzt Friedrich Stapf in einer von der Abtreibungsaktivistin Sarah Diehl moderierten Podiumsdiskussion auf. Die Bühne diesmal: Die Münchner Kammerspiele.

Lesen Sie auch:

Laudatio von Rita Süssmuth

Am 9. Juli will die Stadt Marburg die 62-Jährige im Rathaus der Stadt mit dem „Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte“ auszeichnen. Hänel verteidige „das Recht von Frauen auf Selbstbestimmung über ihren Körper.“ „Mit ihrer Haltung und ihrem konsequenten Handeln hat sie das Thema zurück in die breite gesellschaftliche Diskussion gebracht und rechtliche und gesellschaftliche Fortschritte entscheidend mit vorangebracht“, begründete Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) die Preisverleihung. Die Laudatio soll Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) halten.

Jetzt schreibt sie auch noch

Nun hat Hänel unter dem Titel: „Das Politische ist persönlich. Tagebuch einer ,Abtreibungsärztin’“ auch noch ein Buch im Hamburger Argument-Verlag veröffentlicht. In ihm beschreibt sie aus subjektiver Sicht den Verlauf der von ihr losgetretenen Debatte um die Reform des § 219a StGB und lässt ihren Werdegang zur „öffentlichen Person“ Revue passieren.

DT

Bioethik-Sonderkorrespondent Stefan Rehder hat das mit 238 Seiten „recht üppig ausgefallene“ Tagebuch gelesen. In der aktuellen Ausgabe der Tagespost rezensiert er das an „Selbstentblößungen“ reiche Werk und erläutert, warum und für wen die „über weite Strecken ziemlich weinerliche Ich-über-mich-Geschichte“ dennoch von Wert sei.

Themen & Autoren
Stefan Rehder CDU Rita Süssmuth SPD

Weitere Artikel

Vor 1550 Jahren ging Westrom unter: Der Kind-Kaiser Romulus Augustulus wurde durch den Germanen-Führer Odoaker abgesetzt. Historische Parallelen zur Gegenwart drängen sich auf.
20.09.2026, 19 Uhr
Dirk Weisbrod
Die CDU will seit Jahrzehnten weiblicher werden. Könnte es sein, dass für Frauen Themen langfristig wichtiger sind als die Geschlechtszugehörigkeit? Eine Analyse.
20.02.2026, 07 Uhr
Sebastian Sasse
Björn Höckes Gespräch im Podcast „Ungeskriptet“ bekommt Millionen Klicks. Da hat es der Kanzler schwerer.
06.05.2026, 16 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

Der polnische Franziskaner-Minorit Piotr Maria Januszewsk bereitet sich auf den Einsatz in der Seelsorge vor: Warum sich er sich für ein Leben in Deutschland entschieden hat.
21.09.2026, 13 Uhr
Susanne Hartfiel
Ein ehemaliger Schüler der Ordensschule Notre-Dame de Bétharram behauptet, von Bischof Pierre-Marie Théas sexuell missbraucht worden zu sein. Zu Ermittlungen wird es wohl nicht kommen.
21.09.2026, 06 Uhr
Meldung
Nachdem die Szene im Internet als eucharistisches Wunder gedeutet wurde, stellt Pfarrer Brent Bowman klar: Er habe eine „persönliche geistliche Erfahrung“ gemacht.
18.09.2026, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Gleicher Lohn für ungleiche Arbeit, davon spricht das Gleichnis vom Weinberg. Denn Gottes Barmherzigkeit funktioniert anders als menschliche Gerechtigkeit.
19.09.2026, 21 Uhr
Margarete Strauss