Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

Christen gegen Adolf Hitler

Das Doku-Drama „Mit Gott gegen Hitler – Bonhoeffer und der christliche Widerstand“ bietet einen Überblick über den Widerstand aus dem Glauben heraus.
Mit Gott gegen Hitler
Foto: (NDR Presse und Information) | Dietrich Bonhoeffer (dargestellt von Matthias Koeberlin) hält als 27-jähriger Pfarrer am 1. Februar 1933 seinen ersten Rundfunkvortrag, in dem er das Führerprinzip kritisiert.

Dietrich Bonhoeffer gehört zu den bekanntesten Christen, die aus ihrem Glauben heraus gegen das Naziregime Widerstand leisteten. Das Dokudrama „Mit Gott gegen Hitler – Bonhoeffer und der christliche Widerstand“ beginnt am 1. Februar 1933, als innerhalb weniger Stunden sowohl Adolf Hitler als auch der damals 27-jährige Pfarrer eine erste Rede beziehungsweise einen ersten Vortrag im Rundfunk hielten.

Machtvolle Demonstration gegen das Nazi-Regime

Autor und Regisseur Ingo Helm erzählt aber auch vom Dominikanerpater Laurentius Siemer aus Südoldenburg, der zusammen mit seinem Mitbruder Titus Horten ins Gefängnis kommt. Nachdem Titus Horten in der Haft stirbt, wird der Trauerzug in Vechta mit 6.000 Menschen zu einer machtvollen Demonstration gegen das Nazi-Regime. Aber auch eher unbekannte Widerständler kommen in Helms Film vor, so die Sekretärin Aenne Vogelsberg, die unter Lebensgefahr die Denkschrift des Paters Odilo Braun abtippt und versteckt.

Überwiegen in Ingo Helms zum 75. Jahrestag des Kriegsendes entstandenen Film die dokumentarischen Bilder, so verknüpft sie der Autor und Regisseur mit einigen nachgestellten Szenen, bei denen Matthias Koeberlin Dietrich Bonhoeffer, Nikolaus Kühn  Laurentius Siemer und Sonja Beißwenger Aenne Vogelsberg spielen, sowie mit Interviews. Hier kommen Theologen, etwa der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm oder Jutta Koslowski, die Historikerin Anna Zumholz, aber auch Angelika Wilma Ditscheid, die Großnichte von Laurentius Siemer, zu Wort.

Lesen Sie auch:

Überblick über religiös motivierten Widerstand gegen Nazi-Regime

Die für ein Dokudrama charakteristische Verbindung der drei Elemente wird mit den bekannten Landkarten über die Verteilung der katholischen Bevölkerung beziehungsweise der NSDAP-Stimmenanteile 1932 ergänzt, die anschaulich zeigen: Je größer der Anteil der Katholiken in einem Wahlkreis, desto kleiner das Wahlergebnis für die NSDAP.

„Mit Gott gegen Hitler – Bonhoeffer und der christliche Widerstand“ bietet insgesamt einen ausgezeichneten Überblick über einen Teil des vorwiegend religiös motivierten Widerstands gegen das Nazi-Regime.

„Mit Gott gegen Hitler – Bonhoeffer und der christliche Widerstand“, Regie: Ingo Helm, 45 Minuten. Montag, den 04. Mai, 23.15 Uhr, ARD

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
José García Adolf Hitler Christen Dietrich Bonhoeffer Heinrich Bedford-Strohm Katholikinnen und Katholiken Pfarrer und Pastoren

Weitere Artikel

Der 1945 hingerichtete Pastor und Widerstandskämpfer erlebt gegenwärtig aus guten Gründen eine Renaissance.
28.02.2025, 05 Uhr
Stefan Groß-Lobkowicz
Edith Stein erkannte schnell die Gefahr des Nationalsozialismus, und dass es um „den uralten Kampf zwischen Jesus und Luzifer" geht. Sie rief zum spirituellen Widerstand auf.
08.08.2025, 21 Uhr
Daniela Köder
Der „Quiet Revival Report“ über wachsendes Christentum unter jungen Briten erweist sich als fehlerhaft. Hinweise auf einen Trend bleiben dennoch.
03.04.2026, 14 Uhr
Oliver Gierens

Kirche

Eine vatikanische Ehrung für den iranischen Botschafter am Heiligen Stuhl sorgt für Empörung – und für Missverständnisse. Eine Aufklärung.
15.05.2026, 10 Uhr
Stephan Baier
Eucharistische Anbetung und Lobpreis auf einer ZdK-Veranstaltung? Das gibt’s, auf dem Gebetsabend „The Tabernacle“. Organisator Samuel Tussing erklärte der „Tagespost“ Hintergründe.
15.05.2026, 07 Uhr
Elisabeth Hüffer
Katholischer als der Papst? Die Piusbruderschaft bekräftigt ihren Anspruch, am überlieferten Glauben festzuhalten mit einem „Glaubensbekenntnis an Seine Heiligkeit Papst Leo XIV.“
14.05.2026, 20 Uhr
José García