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„Anti-rassistischer“ Irrsinn: Kanadische Schulen verbrennen Asterix und Co.

Die bereits 2019 erfolgte Verbrennung beliebter Bücher erinnert an finsterste historische Zeiten.
Bücherverbrennung in Kanada
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Wie „Radio Canada“ herausfand, soll die Bücherverbrennung von den kanadischen Wokisten in einem regelrechten Ritual, einer „Reinigungszeremonie durch Flammen“, begangen worden sein

Es ist eine Aktion, die nicht nur fassungslos macht, sondern direkt aus einem imaginären „Handbuch des Unmenschen“ stammen könnte: Wie „Radio Canada“ berichtet, hat eine Schulbehörde in Windsor im kanadischen Ontario bereits im Jahr 2019  knapp 5.000 Bücher und Lexika mit vermeintlich rassistischem Gedankengut verbrennen oder recyceln lassen. All dies geschah innerhalb der regulären Unterrichtszeit und in der ausdrücklichen Absicht, sich hierdurch mit den kanadischen Ureinwohnern zu versöhnen. Die Aktion wurde nun publik und sorgt in Kanada für einen großen Aufschrei.

Schul-Aktivisten hielten die "Reinigungs-Zeremonie" auf Video fest

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Das Unfassbare: Nicht die Schriften von tatsächlichen Rassisten und Antisemiten wie Adolf Hitler, Alfred Rosenberg oder Houston Stewart Chamberlain hatten die rund 30 französischsprachigen Schulen, die sich an der Bücherverbrennungsaktion beteiligten, auf dem Kieker. Stattdessen gehörten zu den vor rund zwei Jahren den Flammen übergebenden Schriften Comics wie „Asterix und die Indianer“, der Tim-und-Struppi-Comic„Tim in Amerika“ und sogar „Pocahontas“. Auch drei Comics der berühmten „Lucky-Luke“-Westerncomics fanden keine Gnade vor den woken Aktivisten und gingen in Flammen auf.

Wie „Radio Canada“ ebenfalls herausfand, soll die Bücherverbrennung von den kanadischen Wokisten in einem richtigen Ritual, einer „Reinigungszeremonie durch Flammen“, begangen worden sein, die befremdlich an finstere Kapitel der menschlichen Geistesgeschichte erinnern soll.  Zudem wurde die „Zeremonie“ von einer Aktivistin per Video festgehalten und sollte als Vorbild für weitere Bücherverbrennungen im Geiste der Wokeness dienen – nur die Coronapandemie und die Furcht vor starken Reaktionen in der Öffentlichkeit verhinderten dies.

Wehret den Anfängen

Doch die ist nun verspätet da – und das mitten in der Endphase des kanadischen Wahlkampfes: Denn in Kanada wird am 20. September ein neues Parlament gewählt und die frühere Behandlung der kanadischen Ureinwohner durch die dortige Mehrheitsbevölkerung schlägt seit geraumer Zeit hohe Wellen. Ministerpräsident Justin Trudeau sah sich denn auch genötigt, diesen schweren Angriff auf die Meinungsfreiheit zu verurteilen, aber gleichzeitig zu betonen, am Ziel der Aussöhnung mit der kanadischen Urbevölkerung festzuhalten.

Möglicherweise kann er sich in der kommenden Legislaturperiode noch einer weiteren Aufgabe widmen: Besonders übereifrige, selbst ernannte „Anti-Rassisten“, die sich aufgrund ihrer Ansichten und Geisteshaltung im Besitz einer höherwertigen Gesinnung als der Rest der Menschheit wähnen und daraus für sich ableiten, auch illegale und gesetzeswidrige Mittel im „Kampf gegen Rassismus“ einsetzen zu dürfen, wieder an die zeitlose Mahnung Immanuel Kants zu erinnern, dass der Zweck niemals die Mittel heiligen darf. Denn ansonsten droht der bekannte Ausspruch Heinrich Heines, das dort, wo Bücher verbrannt, eines Tages auch Menschen verbrannt werden, auch ohne das Tragen eines Braunhemdes oder einer Ku-Klux-Klan-Maske in Erfüllung zu gehen – und das im Namen einer Ideologie, die vorgibt, für Toleranz und Weltoffenheit einzustehen.

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