Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Würzburger Diözesanpriester kritisiert Regelung zu Eucharistiefeier

Er verstehe die Sorge des Bischofs um die Gesundheit der Gläubigen, so der Diözesanpriester Robert Stolzenberger. Gleichzeitig könne er nicht nachvollziehen, warum das Bistum Würzburg in der Debatte um öffentliche Gottesdienste einen Sonderweg eingeschlagen habe.
Diskussion um öffentliche Gottesdienste mit Eucharistiefeier
Foto: Sebastian Gollnow (dpa) | Stolzenberger betont, ihn würden ausschließlich negative Reaktionen und Unverständnis angesichts der Entscheidung des Würzburger Bischofs, Franz Jung, erreichen.

In der Debatte um die Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste mit Eucharistiefeier reagiert der Würzburger Diözesenpriester Robert Stolzenberger mit „Ernüchterung und Enttäuschung“ auf die Entscheidung des Bistums Würzburg, diese bis auf weiteres nicht zu erlauben. Stolzenberger kritisiert auf Anfrage der Tagespost insbesondere die Tatsache, dass Würzburg offensichtlich einen „Sonderweg“ einschlage.

Lesen Sie auch:

Sonderweg nicht nachvollziehbar

„Die Sehnsucht vieler Gläubigen nach der heiligen Messe war und ist groß“, so der Vorsitzende des Internationalen Mariologischen Arbeitskreises Kevelaer (IMAK). Umso größer sei die Erleichterung und die Freude in seiner Pfarreiengemeinschaft gewesen, als die bayerische Regierung öffentliche Gottesdienste ab dem 4. Mai wieder erlaubte. Wie andere Pfarreien auch habe man bereits mit der Planung einer neuen Gottesdienstordnung begonnen, was auch eine Veröffentlichung der Diözese Würzburg nahegelegt habe, die ausdrücklich vom sakramentalen Segen nach der Messfeier, zum Beispiel an Christi Himmelfahrt, gesprochen habe.

Stolzenberger betont, ihn würden ausschließlich negative Reaktionen und Unverständnis angesichts der Entscheidung des Würzburger Bischöfe, Franz Jung, erreichen. „Ich verstehe die Sorge des Bischöfe um die Gesundheit der Gläubigen und bezweifle nicht ein Ringen um diese Entscheidung, dennoch kann ich nicht nachvollziehen, warum es in unserer Diözese dieses Sonderweges bedarf und es nicht möglich ist, wie etwa in Augsburg die öffentliche Feier der Eucharistie ohne Kommunionspendung an die Gläubigen zu ermöglichen.“

Verantwortlichen vor Ort Wahl der Gottesdienstform freistellen

Eine akzeptable Alternative wäre nach Ansicht Stolzenbergers der Kompromiss gewesen, zu empfehlen, auf die Messfeier zu verzichten, oder den Verantwortlichen vor Ort freizustellen, welche Gottesdienstform zunächst gefeiert werde, wie es etwa im Erzbistum Bamberg gehandhabt werde. Gläubige, die im Fernsehen öffentliche Messfeiern sehen oder sogar selbst in Nachbardiözesen ausweichen, würden ihn nach einer Erklärung fragen, warum dies im Bistum Würzburg nicht möglich sei, so Stolzenberger. Eine Antwort darauf müsse er „leider, wie viele meiner priesterlichen Freunde, schuldig bleiben, weil ich es selbst nicht verstehe“.

Zuvor hatte der Würzburger Bischöfe Franz Jung in einem Brief an die Gläubigen festgelegt, in einer ersten Phase öffentlicher Gottesdienste auf die Feier der Eucharistie zu verzichten und sich auf Wort-Gottes-Feiern und andere nichteucharistische Gottesdienstformen zu beschränken. Jung nannte die Empfehlung des Bayerischen Gesundheitsministeriums, nach dem 4. Mai mindestens noch zwei Wochen auf die Spendung der heiligen Kommunion zu verzichten, als ausschlaggebend für seine Entscheidung.

Lesen Sie auch:

Nichteucharistische Gottesdienste nicht gegen Eucharistie ausspielen

Darüber hinaus bezeichnete der Würzburger Bischöfe die Eucharistie als ein „hohes Gut“, und aus diesem Grund sei sie auch zu schützen. Ihm gehe es um die Bewahrung der Feiergestalt der Eucharistie. „Wenn in der Feier der Eucharistie nur der Priester kommuniziert, die anwesenden Gläubigen aber vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen sind, legt es sich nahe, keine öffentlichen Eucharistiefeiern anzubieten“, so Jung.

Zudem warnte der Bischöfe davor, nichteucharistische Gottesdienste gegen die Eucharistie auszuspielen. In dieser „schwierigen Übergangszeit“ böten sie vielmehr eine Möglichkeit, „dass sich die Gemeinde vor Gott versammelt und angesichts der bekannten Einschränkungen gut miteinander ihren Glauben feiern kann“. Daher empfehle das Bistum Wort-Gottes-Feiern ohne Kommunionspendung, Maiandachten, die Tagzeitenliturgie und die eucharistische Anbetung.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Bischöfe Bistum Würzburg Erzbistum Bamberg Eucharistie Franz Jung Gläubige Gottesdienste

Weitere Artikel

Kirche

Mit Hinweis auf den Papst, erklärte der Görlitzer Bischof Vertretern der Evangelischen Kirche, dass der Heilige Geist Protagonist einer Synode sein müsse. 
20.04.2024, 16 Uhr
Der von Papst Paul VI. eingeführte Weltgebetstag um geistliche Berufungen hat nichts von seiner Dringlichkeit verloren, schreibt Markus Hofmann.
20.04.2024, 19 Uhr
Markus Hofmann