Belém

Erzbischof von Belém: Viri probati spielen in Deutschland größere Rolle als in Amazonien

Er wünsche sich, dass man die Synodenväter arbeiten lasse, anstatt sie mit vorproduzierten Ideen zu versorgen, meint der brasilianische Erzbischof von Belém, Alberto Taveira Corrêa.
Erzbischof von Belém zur Amazonas-Synode
Foto: om | Zwar könne er nicht bestätigen, dass die Synode von europäischen Kirchenkreisen „instrumentalisiert“ werde, meint Erzbischof Taveira Corrêa gegenüber der "Tagespost". Fragen habe er dennoch.

Der brasilianische Erzbischof von Belém, Alberto Taveira Corrêa, glaubt nicht, dass sich die Erwartungen deutscher Kirchenkreise an die am Sonntag beginnende Amazonas-Synode hinsichtlich Viri probati und Frauenweihe erfüllen. Er halte dies auch nicht für wünschenswert. Im Gespräch mit der „Tagespost“ verweist der Erzbischof auf Papst Franziskus, der bereits betonte habe, dass es beispielsweise keine Frauenordination geben werde. „Außerdem hat der Papst verdeutlicht, dass der priesterliche Zölibat nicht in Frage steht.“

Kirche kann Zulassung von "viri probati" theoretisch beschließen

Was die Diskussion um die Weihe verheirateter Männer, sogenannter „viri probati“ angeht, meint Taveira Corrêa, es scheine, diese Frage spiele in Deutschland eine größere Rolle als in Amazonien. Zwar könne er nicht bestätigen, dass die Synode von europäischen Kirchenkreisen „instrumentalisiert“ werde. Fragen habe er dennoch. Der Erzbischof bat darum, „dass man die Synode und uns Väter arbeiten lässt anstatt sie mit vorproduzierten Ideen zu versorgen“.

Zur Frage der „viri probati“ erklärt der Erzbischof darüber hinaus, dass die katholische Kirche deren Zulassung theoretisch beschließen könne, da es sich um eine „disziplinäre Frage“ handele. Die wenigen Wochen der Synode seien jedoch nicht der richtige Moment, um diesbezüglich Entscheidungen zu treffen. Zudem gebe es mehrere offenen Fragen zu klären: „Wie würden diese Geistlichen ausgebildet? Wie lange würde die Ausbildung dauern? Wie würden ihre Familien unterhalten?“

Ökologismus als Radikalisierung des gerechten Anliegens der Bewahrung der Natur

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Zur Kritik am „Instrumentum laboris“, bemerkt der Synodenteilnehmer, dass es sich um eine Arbeitsgrundlage handele, nicht um das finale Dokument. „Eben deswegen muss nicht alles, was darin steht, realisiert werden.“ So stehe er beispielsweise nicht hinter dem „Ökologismus“, der sich in vielen Beiträgen ausdrücke. Darin sieht Erzbischof Taveira Corrêa „eine Radikalisierung des gerechten Anliegens der Bewahrung der Natur“. Von der Synode erwartet er sich vor allem neue Kraft für die Evangelisierung in Amazonien. Der Kirche müsse es vor allem darum gehen, „dass sich Menschen zu Christus bekehren und ein sakramentales Leben führen“.

Zuvor hatte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck am Rande der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda erklärt, dass Reformbeschlüsse im Rahmen der Amazonas-Synode durchaus denkbar seien. Er halte es beispielsweise für möglich, so Overbeck, dass es in der Amazonas-Region künftig Ausnahmegenehmigungen für die Priesterweihe verheirateter Männer geben werde. Die Kurienkardinäle Walter Brandmüller und Raymond Burke hingegen hatten vor Häresie gewarnt und zu Fasten und Gebet aufgerufen. 

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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