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Erfurter Altbischof Joachim Wanke gestorben

„Eine der prägendsten Gestalten der katholischen Kirche in der DDR“: Joachim Wanke ist tot. Er war der erste Bischof des wiedergegründeten Bistums
Joachim Wanke 2007
Foto: IMAGO / photo2000 | Bischof Dr. Joachim Wanke während des Pontifikalgottesdienstes zum Gedenken an den 800. Geburtstag der Bistumspatronin Elisabeth von Thüringen in Erfurt.

Der frühere Erfurter Bischof Joachim Wanke ist tot. Wie das Bistum Erfurt mitteilte, starb der 84-Jährige am Morgen des 12. März 2026 im Katholischen Krankenhaus Erfurt, wo er seit dem 6. März palliativ versorgt worden sei. Wanke war der erste Bischof des 1994 (wieder-)gegründeten Bistums und lebte seit Oktober 2012 im Ruhestand in der Thüringer Landeshauptstadt.

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Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr würdigte den Verstorbenen als „einen bedeutenden Bischof und Theologen, von dem wegweisende und ermutigende Impulse nicht nur für das Leben der katholischen Kirche in der Diaspora Ostdeutschlands ausgegangen sind, sondern auch für das Leben in der katholischen Kirche in Deutschland“. Zur Zeit der SED-Diktatur hätten seine klare Haltung und seine stets wohlgewählten Worte vielen Christen Mut und Zuversicht vermittelt, erklärte Neymeyr.

Auch bei den gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen der Friedlichen Revolution 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands habe sich Wanke engagiert. Zudem habe er auch im Ruhestand nicht nur das Bistum, sondern auch die katholische Kirche in Deutschland immer wieder mit seinen Gedanken und weiterführenden Perspektiven bereichert.

Ankerpunkt in kirchenfeindlicher Zeit

Joachim Christian Wanke wurde am 4. Mai 1941 in Breslau geboren. Nach dem Tod des Vaters 1944 und der Vertreibung der Familie 1945 kam die Mutter mit ihren drei Kindern nach Ilmenau. Dort legte Wanke 1959 das Abitur ab. 1960 bat er Bischof Hugo Aufderbeck um Annahme als Priesteramtskandidat, am 26. Juni 1966 wurde Wanke im Erfurter Dom durch Aufderbeck zum Priester geweiht.

1980 ernannte Papst Johannes Paul II. Wanke zum Weihbischof des Apostolischen Administrators Hugo Aufderbeck und zum Titularbischof von Castellum in Mauretanien. Nach dem Tod Aufderbecks übernahm er 1981 den Dienst als Apostolischer Administrator des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen. In den folgenden Jahren wirkte Wanke der Pressemitteilung zufolge als „eine der prägendsten Gestalten der katholischen Kirche in der DDR, dessen Predigten und Wortmeldungen für viele zu einem Ankerpunkt in der kirchenfeindlichen Zeit der SED-Diktatur wurden“.

Mit der Errichtung des Bistums Erfurt am 8. Juli 1994 wurde Wanke dann zum ersten Bischof des Bistums ernannt. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz leitete er von 1998 bis 2010 die Pastoralkommission. Zum 1. Oktober 2012 nahm Papst Benedikt XVI. sein Rücktrittsgesuch aus gesundheitlichen Gründen an. (DT/BiP/jra)

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