Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Colombo

Sri Lanka: Erhöhtes Anschlagsrisiko an Weihnachten

Die Polizei rate christlichen Organisationen und Kirchen zu zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, meint ein Menschenrechtler aus Sri Lanka. Noch immer seien die Nachwirkungen der Anschläge vom Ostersonntag zu spüren.
Vor Weihnachten in Sri Lanka
Foto: Ppi (PPI via ZUMA Wire) | Um Mitgefühl und Trauer für die Opfer der Anschlagsserie in Sri Lanka zu zeigen, zünden Mitglieder einer christlichen Gemeinschaft Kerzen in der St. Johns Kathedrale in Peshawar an.

Während sich die christliche Minderheit in Sri Lanka auf Weihnachten vorbereitet, rechnen die Sicherheitsbehörden mit einer erhöhten Anschlagsgefahr auf Kirchen im Land. Die Polizei rate christlichen Organisationen und Kirchen zu zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, meint Godfrey Yogarajah, stellvertretender Generalsekretär der „National Christian Evangelical Alliance“ in Sri Lanka und Partner der christlichen Menschenrechtsorganisation „ADF International“. „Trotzdem werden alle Kirchen das Weihnachtsfest gebührend feiern.“

"Es gibt viele Opfer der Angriffe zu Ostern,
die sich immer noch Operationen und anderen
medizinischen Behandlungen unterziehen müssen"
Godfrey Yogarajah, Menschenrechtsaktivist in Sri Lanka

Noch immer seien die Nachwirkungen der Bombenangriffe auf christliche Kirchen und Hotels am Ostersonntag dieses Jahres zu spüren, so Yogarajah weiter. „Es gibt viele Opfer der Angriffe zu Ostern, die sich immer noch Operationen und anderen medizinischen Behandlungen unterziehen müssen.“ Für Familien, die Angehörige verloren hätten, sei es eine traurige Erinnerung, dieses Jahr den Gottesdienst in Kirchen zu feiern, in denen es „so viele Tote und Verletzte“ gegeben habe. Das Trauma und die Trauer der Betroffenen würden weiter andauern.

Lesen Sie auch:

Am Ostersonntag waren in Sri Lanka in einer Reihe von Bombenanschlägen Kirchen und Hotels angegriffen worden. Rund 290 Menschen wurden getötet, mehr als 500 verletzt. Die Angriffe richteten sich gezielt gegen christliche Gemeinschaften. „Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden“, betont  Generalsekretär Yogarajah. In vielen Teilen Südasiens sei jedoch eine wachsende Bedrohung der Religionsfreiheit wahrzunehmen, obwohl sie in den Verfassungen vieler Länder gesichert sei.

Erzbischof von Colombo wirft Behörden Versagen vor

Indes warf der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, den Sicherheitsbehörden des Landes erneut Versagen in Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom Ostersonntag vor. Die verschiedenen Sicherheitsorgane hätten die Anschläge verhindern können, da den Behörden entsprechende Hinweise vorgelegen hätten, erklärte Ranjith der Nachrichtenagentur Ucanews zufolge. Abermals forderte der Erzbischof von Colombo demnach, dass die Verantwortlichen verhaftet und die Täter bestraft werden sollten.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion ADF International Albert Malcolm Ranjith Christengemeinschaften Christliche Kirchen Erzbischöfe Ostersonntag Religionsfreiheit

Weitere Artikel

Der christliche Glaube hat in Armenien tiefe Wurzeln, doch der atheistische Totalitarismus der Sowjetunion hinterließ eine geistige Trümmerlandschaft.
26.04.2026, 09 Uhr
Stephan Baier
Päivi Räsänen und Bischof Juhana Pohjola sehen ihre Meinungs- und Religionsfreiheit verletzt. Nach der Verurteilung in Finnland bleibt ihnen nur noch der Weg nach Straßburg.
07.05.2026, 20 Uhr
José García
In Jerusalem und im Westjordanland sehen sich friedliche Christen immer wieder mit dem Hass und der Wut ultraorthodoxer Juden konfrontiert.
07.08.2026, 13 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Laienpredigt ist vom Vatikan nicht erlaubt. Wenn er davon erfahre, dass nicht geweihte Menschen predigten, werde er aber nicht disziplinarisch eingreifen, so der Mainzer Bischof.
11.08.2026, 06 Uhr
Meldung
Wilhelm II. besuchte 1898 Jerusalem. Was sich daraus über die religionspolitischen Ziele des Kaisers lernen lässt.
10.08.2026, 09 Uhr
Benjamin Hasselhorn
Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser