Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

Rom führt die Frauenquote ein

Bei der kommenden Bischofssynode werden Laien als stimmberechtigte Mitglieder teilnehmen, die Hälfte davon muss weiblich sein.
Bischofssynode
Foto: Evandro Inetti (imago stock&people) | Bei der kommenden Bischofssynode dürfen auch Laien mit abstimmen.

Die vom Papst approbierte Entscheidung des römischen Synodensekretariats, nicht nur Bischöfe zu stimmberechtigten Mitgliedern der kommenden Bischofssynode in Rom zu machen, liegt ganz auf der Linie, die der synodale Weltprozess bisher genommen hat. Schon bei den nationalen Befragungen und den kontinentalen Versammlungen waren es nicht mehr allein die Bischöfe, die an der Erstellung der Dokumente mitgewirkt haben. Diese liegen jetzt in Rom auf dem Tisch des Synodensekretariats, wo man daraus das Arbeitsdokument, das „Instrumentum laboris“ für die Vollversammlung der Synode im Herbst herausfiltern wird.

Lesen Sie auch:

Der Papst wählt selber aus

Die Bischofssynode kennt jetzt also eine „Laienquote“ – und, damit niemand von einer mangelnden Geschlechtergerechtigkeit sprechen kann – eine „Frauenquote“. 70 Nicht-Bischöfe, Priester, Diakone, geweihte Personen und Laien aus den Ortskirchen, sowie zehn Ordensgeistliche werden bei den Beratungen während der zwei Wochen im Oktober Mitglieder der Synode sein und Stimmrecht haben. Allerdings behält der Papst alles fest im Griff. Die sieben Vereinigungen von Bischofskonferenzen in den Regionen dieser Welt schlagen Franziskus 140 Personen vor – und der Papst wählt die Hälfte von ihnen aus, wobei bei den Laien wiederum die Hälfte Frauen sein sollen. Die zehn Mönche und Nonnen benennen jeweils die Vereinigungen der Ordensleute. Übrigens wird Papst Franziskus auch selber bestimmen, wer von den vatikanischen Dikasterien an der Bischofssynode teilnimmt und wer nicht.

„Eine Veränderung, keine Revolution“

Bei einer Gesamtzahl von etwa 350 Mitgliedern machen die 80 Nicht-Bischöfe keine 25 Prozent aus. Wobei diese Gesamtzahl nicht gerade biblisch begründet ist. Sie richtet sich einfach danach, wieviel Plätze in der Synodenaula vorhanden sind. Generell ist die Bischofssynode ein Instrument zur Beratung der Päpste, das Paul VI. geschaffen hat und das sich im Laufe der Zeit auch verändern kann. „Es ist eine Veränderung, aber keine Revolution“, sagte der Generalrelator der Bischofssynode, Kardinal Jean-Claude Hollerich, bei der Vorstellung der Zusammensetzung der Versammlung am Mittwoch in Rom. Vor allem aber ändert sich eines nicht: Dem Papst bleiben alle letzten Entscheidungen vorbehalten. Das betrifft die Auswahl der Nicht-Bischöfe aus den Listen, die ihm die kontinentalen Zusammenschlüsse der Bischofskonferenzen vorlegen werden. Und das betrifft vor allem das abschließende Schreiben zum synodalen Weltprozess, in das die Voten der Synode selbst nur als Vorschläge einfließen werden.

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Guido Horst Ordensgeistliche Papst Franziskus Paul VI. Päpste

Weitere Artikel

Abrechnung mit Franziskus: Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen ließ bei dem Kardinalstreffen in Rom offenbar kein gutes Haar am Synodalen Prozess des verstorbenen Papstes.
13.01.2026, 10 Uhr
Meldung
Die Kardinalsversammlung in Rom ist ohne Ergebnisse oder neue Ideen zu Ende gegangen. Dem Papst ging es darum, das Band der Einheit zu stärken. Aber viele fehlten.
09.01.2026, 10 Uhr
Guido Horst
Ein bisher unveröffentlichter Brief des Vatikans erhöht den Druck auf die Bischöfe, den synodalen Weltprozess in den Ortskirchen auch wirklich umzusetzen.
19.02.2026, 07 Uhr
Giulio Nova

Kirche

Klar, aber nicht hart: Bei der 14. Deutsch-Österreichischen Kirchenrechtstagung in Wien ging es vor allem um kirchliche Anschlussfähigkeit und Profilschärfung.
06.03.2026, 15 Uhr
Stephan Baier
Der Kölner Dom wird von Touristen künftig Eintritt verlangen, Beter kommen kostenlos herein. Eine Chance, die eigentliche Bestimmung der Kathedrale ins Bewusstsein zu rufen.
06.03.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Antworten auf die technische Revolution von heute: Die Internationale Theologen-Kommission beim Vatikan stellt dem Transhumanismus die Würde des christlichen Menschenbilds gegenüber.
05.03.2026, 16 Uhr
Guido Horst
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin forderte die Konfliktparteien zu Verhandlungen auf und warnt davor, Diplomatie und internationales Recht zu untergraben.
05.03.2026, 12 Uhr
Meldung