Synodaler Weg

Wenn Sünde nicht mehr als Sünde bezeichnet wird

Die Synodalversammlung befasst sich in erster Lesung mit Arbeitspapieren, in denen katholische Lehrmeinung und Humanwissenschaften gegeneinander ausgespielt werden
Segnungsgottesdienst für Liebende
Foto: Rudolf Wichert (KNA) | Priester Christian Olding segnet ein homosexuelles Paar beim Segnungsgottesdienst "Liebe gewinnt" in der Kirche Sankt Martin in Geldern am 6. Mai 2021.

An diesem Donnerstag beginnt die vierte Vollversammlung des Synodalen Wegs. Während die Arbeitspapiere und der final abgestimmte Orientierungstext des Synodalen Wegs im Februar 2022 wesentlich durch eine ideologische Exegese bestachen, fallen dieses Mal bei den zur ersten Lesung vorgelegten Arbeitspapieren gleich mehrere Fallstricke auf.

Nach wie vor sind Bestrebungen evident, die Gender-Ideologie in die katholische Lehre zu integrieren. Der Handlungstext „Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt“ offenbart ein Verständnis von Diskriminierung, welches bereits damit beginnt, Sünde als Sünde zu bezeichnen. Dabei wird die Schöpfungstheologie, die auf der Heiligen Schrift beruht, als Quelle der Diskriminierung und Pathologisierung von Trans-, Inter- und Homosexuellen bewertet. Auch das Ausspielen von katholischer Lehrmeinung und Humanwissenschaften setzt sich in dem neu vorgelegten Text fort.

Unsichtbare Wirklichkeit wird ausgeblendet

Im Handlungstext über die Verkündigung des Evangeliums durch Frauen offenbart sich eine pelagianische Sichtweise auf die Kirche: Alles Wesentliche kommt vom Menschen. Die unsichtbare Wirklichkeit hinter der Kirche als Ursakrament sowie der sieben Sakramente wird ausgeblendet. Deshalb verwundert das pragmatische Argument nicht, Laien in der Sakramentenvorbereitung die Spendung zu überlassen, da die Empfänger der Sakramente mit ihnen vertrauter seien als mit den Priestern.

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Dahinter steckt eine funktionale Engführung, die das Ergebnis mangelnder Katechese darstellt. Es wäre höchste Zeit, zu erklären, dass Christus der Spender der Sakramente ist. Stattdessen wird dem Wunsch der nicht richtig unterwiesenen Gläubigen stattgegeben. Das Anliegen des Heiligen Vaters, das Laienapostolat zu stärken, wie er beispielsweise durch das Katechistenamt angestoßen hat, wird ignoriert, wenn die Synodalen eine zunehmende Klerikalisierung anstreben durch Laientaufe, -homilie, -trauung und -beichte. 

Christus wird als Subjekt priesterlichen Handelns verkannt

Dabei fällt ein ungesunder Umgang mit dem Kirchenrecht auf: Ausnahmefälle werden herangezogen, um das Vorhaben zu legitimieren und zum Regelfall zu machen. Es gebe zu wenig klerikalen Nachwuchs. Naheliegender wäre es, die Berufungspastoral auszubauen und nicht Laien zu Priestern umzufunktionieren.

Auch die Rede von einer „missbrauchssensiblen Liturgie“ und der Generalverdacht eines Klerikalismus zeigen, dass Christus als Subjekt priesterlichen Handelns verkannt wird. Sie scheint logische Konsequenz des im Februar neu etablierten locus theologicus „Betroffene von Missbrauch“ zu sein. Konsultiert man diese neue Erkenntnisquelle, so die Denkweise, muss die bisherige Liturgie gänzlich umgeschrieben und das von „toxischer Männlichkeit“ dominierte äußere Erscheinungsbild verändert werden. DT/reg

 

Lesen Sie eine ausführliche Analyse der synodalen Arbeitspapiere in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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