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Lackner: Zölibat wird kostbares Gut bleiben

Der ehelose Lebensweise darf nicht der Modernisierung zum Opfer fallen, sagte der Salzburger Erzbischof nach der letzten Synodalversammlung.
Pfons 14.03.2022, Bildungshaus St. Michael, Pfons, AUT, Österreichische Bischofskonferenz, Vollversammlung, unter andere
Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder (www.imago-images.de) | Erzbischof Franz Lackner warnt davor, den Zölibat leichtfertig abzuschaffen.

Weitere Bischöfe haben sich zu Ergebnissen und Perspektiven des am vergangenen Samstag zu Ende gegangenen Synodalen Weges geäußert. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann freut sich besonders über den Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, Erzbischof Heiner Koch aus Berlin spricht unter anderem von der Verantwortung als Bischof. Ohne direkt auf den Synodalen Weg Bezug zu nehmen, warnte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner davor, den Zölibat leichtfertig abzuschaffen.

Zölibat wird kostbares Gut bleiben

Zwar sei der Zölibat kein Dogma und die Lehre dazu könne verändert werden, so Lackner, „ob, wann und vor allem wie das geschehen soll, sind aber Fragen, die meines Erachtens nicht zu schnell beantwortet werden sollten”, sagte er am Mittwoch gegenüber den „Salzburger Nachrichten“. Es sei vor allem „zu kurz gedacht“, den Zölibat aus Gründen des Priestermangels abzuschaffen. Die Frage sei zudem, ob „der Kirche und dem Priesteramt wirklich ein Dienst erwiesen“ werde, wenn man „rein aus dem Motiv der Modernisierung“ eine Änderungen herbeiführen wollte.

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Der Salzburger Bischof ist überzeugt, dass „die zölibatäre Lebensweise von Priestern und Bischöfen auch in Zukunft ein kostbares Gut bleiben“ würde, und die Kirche dadurch „auf der Spur Jesu und dem Weg seiner Nachfolge bleiben können wird“. Dass sich durch eine Abschaffung des Zölibats mehr Männer für den Priesterberuf entscheiden wüwrden, bezweifelt Lackner.

Koch: Trotz aller Unterschiede ist man zusammengeblieben 

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch zeigte sich dankbar, dass man „bei allen Unterschieden zusammengeblieben“ sei. In einer heute auf seiner Bistumsseite veröffentlichten Stellungnahme schreibt er, dies zähle für ihn mehr als die konkreten Beschlüsse des Prozesses, die er als „nicht schwarz und nicht weiß“ bezeichnete. Den einen seien sie nicht weit genug gegangen, anderen viel zu weit, so der Berliner Erzbischof. 

Aber es gebe Fragen, die auf Weltebene zu besprechen und reflektieren wären. Dazu gehöre „die Frage etwa, ob in der katholischen Kirche Frauen Priesterinnen werden können oder nicht“. Richtig sei auch gewesen, Missbrauch begünstigende Machtstrukturen in den Blick zu nehmen. Ihm sei „persönlich wieder schmerzlich bewusst geworden, welche Verantwortung die mir verliehene bischöfliche Macht und Vollmacht  bedeuten“, so Koch.

Ackermann will Texte des Synodalen Wegs in diözesane Gremien einbringen

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann würdigte vor allem, dass der Handlungstext „Segensfeiern für Paare, die sich lieben“ verabschiedet worden ist. Denn er zeige die „Richtung, sowohl in der Seelsorge wie auch für liturgisch-gottesdienstliche Angebote“, um gleichgeschlechtlichen Paare wie geschiedenen Wiederverheirateten, „die um den Segen bitten, entsprechend Antwort zu geben“.  

Ackermann will alle Texte des Synodalen Wegs in die Gremien seines Bistums einbringen. Spätestens seit der Synode von 2013 bis 2016 sei es ohnehin geplant gewesen, im Nachgang zur Trierer Bistumssynode, die Gremien in der Diözese neu aufzustellen. Dabei gehe es vor allem um die Fragen, wie es eine „breitere Beteiligung, breitere Entscheidung“ geben könne und „was der Weg in die Zukunft" für einzelne Ortskirchen sei, erläuterte der Bischof.  DT/dsc

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