Nach Synodalversammlung

Hanke: Synodaler Weg bricht mit christlichem Menschenbild

Er habe in den Diskussionen über die Geschlechter-Binarität einen „Abschied“ von der christlichen Lehre gesehen, so der Eichstätter Bischof.
Der Eichstätter Bischof Hanke
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L) | Er wäre bereit, in Fragen der Homosexualität eine gewisse „pastorale Umkehr“ anzunehmen, so Bischof Hanke, aber man habe ihm gesagt, es sei eine „lehrmäßige Umkehr“ vonnöten.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat sich gegen die Ergebnisse und Vorgehensweisen der vierten Synodalversammlung positioniert. Es habe einen „Knall“ gegeben, der „Klarheit gebracht“ habe, erklärte Hanke am Dienstag im Interview mit der Eichstätter „Kirchenzeitung“. Im Hinblick auf den Grundtext zu einer neuen Sexualethik sehe er „keine Entwicklung“, sondern vielmehr einen „Bruch“ im „christlichen Menschenbild“. Besonders in den Diskussionen über die Binarität des Geschlechts habe er einen „Abschied“ wahrgenommen.

Hanke: Einheit mit Weltkirche nicht aufgeben

Er wäre bereit, in Fragen der Homosexualität eine gewisse „pastorale Umkehr“ anzunehmen, so Bischof Hanke, aber man habe ihm gesagt, es sei eine „lehrmäßige Umkehr“ vonnöten. Für problematisch halte er die Zurufe von „de facto“ Diskriminierung, wenn Bischöfe einzelnen Papieren nicht zustimmen könnten: „Im Blick auf unsere Kontextualität mit der Weltkirche“ bedürfe es „noch einiges an Klärung“. Er wäre nicht bereit, die „biblische Lehre und die Einheit mit der Weltkirche“ aufzugeben.

Ihm blieben die Gründe, weshalb sich der Synodale Weg in die Sexualität des Menschen einmische, rätselhaft, so der Eichstätter Bischof: „Wäre es nicht viel wichtiger, wenn wir die Bedeutung der Person Christi und seines Heils für unser Leben in den Mittelpunkt stellen und von diesem archimedischen Punkt die Fragen und Themen angingen“?

Lesen Sie auch:

Hanke betonte, ihm sei jedoch klar, dass das, was vergangenes Wochenende zu beobachten gewesen sei, keine wirkliche „Synodalität“ gewesen sei. Der Begriff bleibe „vage“.

Vergangenen Donnerstag war das Grundsatzpapier „Leben in gelingenden Beziehungen – Wegmarken einer neuen Sexualethik“ an der Zweidrittelmehrheit der deutschen Bischöfe gescheitert. Bischof Gregor Maria Hanke hatte sich bei der Abstimmung über den Text enthalten.  DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Der Synodale Weg offenbare zwei unversöhnliche theologische Denkrichtungen, schreibt der Regensburger Bischof Voderholzer in einem exklusiven Beitrag für die „Tagespost“.
14.09.2022, 15  Uhr
Bischof Rudolf Voderholzer
Themen & Autoren
Meldung Bibel Bischöfe Gregor Maria Hanke Jesus Christus

Kirche

Kardinal Kurt Koch weist den Vorwurf von Bischof Georg Bätzing zurück, er habe den Synodalen Weg mit einem Nazi-Vergleich heftig kritisiert. Die Stellungnahme im Wortlaut.
29.09.2022, 20 Uhr
Kurt Kardinal Koch
Der Vorsitzende der deutschen Bischöfe fordert vom Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates eine „umgehende Entschuldigung“ für kritische Interviewäußerung.
29.09.2022, 15 Uhr
Meldung
Warum gibt es den Absolutheitsanspruch des Dogmas? Sind Lehre und Tradition in der Orthodoxie ein Gegensatz – oder vielmehr eine Notwendigkeit?
01.10.2022, 05 Uhr
Stefanos Athanasiou
...theologisch überfrachtet. Zum Orientierungstext des Synodalen Weges: Wie der Dekonstruktivismus feierlich in die katholische Kirche einzieht.
30.09.2022, 21 Uhr
Ludger Schwienhorst-Schönberger