Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Synodalversammlung

Hanke: Synodaler Weg bricht mit christlichem Menschenbild

Er habe in den Diskussionen über die Geschlechter-Binarität einen „Abschied“ von der christlichen Lehre gesehen, so der Eichstätter Bischof.
Der Eichstätter Bischof Hanke
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L) | Nach Ansicht Hankes ist es notwendig, „über die Erfahrungen mit Kirche, über ihre Gaben und Mängel“ sprechen, ohne einander zu verletzen.

Der Eichstätter Bischöfe Gregor Maria Hanke hat sich gegen die Ergebnisse und Vorgehensweisen der viertenSynodalversammlung positioniert. Es habe einen „Knall“ gegeben, der „Klarheit gebracht“ habe, erklärte Hanke am Dienstag im Interview mit der Eichstätter „Kirchenzeitung“. Im Hinblick auf den Grundtext zu einer neuen Sexualethik sehe er „keine Entwicklung“, sondern vielmehr einen „Bruch“ im „christlichen Menschenbild“. Besonders in den Diskussionen über die Binarität des Geschlechts habe er einen „Abschied“ wahrgenommen.

Hanke: Einheit mit Weltkirche nicht aufgeben

Er wäre bereit, in Fragen der Homosexualität eine gewisse „pastorale Umkehr“ anzunehmen, so Bischof Hanke, aber man habe ihm gesagt, es sei eine „lehrmäßige Umkehr“ vonnöten. Für problematisch halte er die Zurufe von „de facto“ Diskriminierung, wenn Bischöfe einzelnen Papieren nicht zustimmen könnten: „Im Blick auf unsere Kontextualität mit der Weltkirche“ bedürfe es „noch einiges an Klärung“. Er wäre nicht bereit, die „biblische Lehre und die Einheit mit der Weltkirche“ aufzugeben.

Ihm blieben die Gründe, weshalb sich der Synodale Weg in die Sexualität des Menschen einmische, rätselhaft, so der Eichstätter Bischöfe: „Wäre es nicht viel wichtiger, wenn wir die Bedeutung der Person Christi und seines Heils für unser Leben in den Mittelpunkt stellen und von diesem archimedischen Punkt die Fragen und Themen angingen“?

Lesen Sie auch:

Hanke betonte, ihm sei jedoch klar, dass das, was vergangenes Wochenende zu beobachten gewesen sei, keine wirkliche „Synodalität“ gewesen sei. Der Begriff bleibe „vage“.

Vergangenen Donnerstag war das Grundsatzpapier „Leben in gelingenden Beziehungen – Wegmarken einer neuen Sexualethik“ an der Zweidrittelmehrheit der deutschen Bischöfe gescheitert. Bischöfe Gregor Maria Hanke hatte sich bei der Abstimmung über den Text enthalten.  DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bibel Bischof Gregor Maria Hanke Jesus Christus Sexualethik

Weitere Artikel

Der emeritierte Bischof von Eichstätt befürchtet eine Abkehr von der biblischen Anthropologie und warnt vor einem pastoralen Ansatz ohne theologisches Fundament.
03.12.2025, 12 Uhr
Meldung
Bei der dritten Ausgabe des Altöttinger Benedikt-XVI.-Forums steht Heilung im Mittelpunkt. Wie kann der Glauben dabei helfen? Ein Bericht.
07.07.2026, 15 Uhr
Athinea Andryszczak
Das Netzwerk „Ambleside Schools International“ hilft Schulen, die Pädagogik Charlotte Masons mit Eigenverantwortung und lebendigen Inhalten umzusetzen. Teil 1 von 2.
07.08.2026, 09 Uhr
Jutta Graf

Kirche

Im Fall des Ex-Jesuiten Marko Ivan Rupnik dementiert der Vatikan Nachrichten über einen Freispruch. Eine Opferanwältin beklagt die Intransparenz des Verfahrens.
07.08.2026, 11 Uhr
Simon Kajan
Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser
Die Ernennung des Erzbischofs von San Francisco, Salvatore Cordileone, zum Mitglied der Apostolischen Signatur hat manchen erstaunt. Doch was ist diese Vatikanbehörde überhaupt?
06.08.2026, 12 Uhr
Guido Horst
Das Fest der Verklärung des Herrn erinnert an den Moment, in dem drei Apostel die verborgene Herrlichkeit Christi schauten und verweist auf die Schönheit als Weg zu Gott.
06.08.2026, 04 Uhr
Dorothea Schmidt