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Klein an Zahl, groß an Geschichte

Alle Kirchen in der Türkei kämpfen heute ums Überleben. Griechen, Armenier, Syrer und Katholiken kooperieren in Istanbul. Papst Leo XIV. wird sie in wenigen Tagen. besuchen.
Johannes XXIII.
Foto: Stephan Baier | Papst Johannes XXIII. ist in der Türkei, wo er in jungen Bischofsjahren als Nuntius wirkte, äußerst beliebt. Doch die katholische Kirche ist hier eine Ausländerkirche, wenngleich immer wieder Türken um die Taufe bitten.

Viele Türken wissen gar nicht, dass es in ihrem Land überhaupt Christen gibt, denn sie begegnen ihnen im Alltag praktisch nie. Von den 85, 5 Millionen Einwohnern der heutigen Türkei sind weniger als 90 000 Christen, also kaum mehr als 0, 1 Prozent. Das war in osmanischer Zeit völlig anders, denn im Reich der Sultane lebten Millionen orthodoxe und orientalische Christen. Sie bildeten eigene Millets, die trotz mancher Diskriminierung auch eine Art sozialer Selbstverwaltung kannten, etwa im Erb- und Eherecht. Von einer „institutionalisierten Parallelgesellschaft auf religiöser Grundlage“ spricht der Historiker Karl Kaser.

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