Synodaler Weg

Betroffene wehren sich gegen die Unterstellung von Bätzing

Missbrauch mit dem Missbrauch zu treiben wird dem Synodalen Weg ebenso vorgeworfen, wie selbsternannten Reformgruppen. Betroffene reagieren auf die Kritik von Bätzing an diesem Vorwurf. 
Georg Bätzing
Foto: Arne Dedert (dpa) | Georg Bätzing griff auf der Pressekonferenz zu Beginn der zweiten Vollversammlung jene mit scharfen Worten an, die den Missbrauch des Missbrauchs angeprangert hatten. Nun wehren sich Betroffene.

Auf der Auftaktpressekonferenz zum Synodalen Weg bezeichnete der Vorsitzende der DBK und Präsident des Synodalen Weges, Georg Bätzing, den Vorwurf, der synodale Weg instrumentalisiere den Missbrauch als "sehr unerlaubt" und "sehr anmaßend. Einen solchen Vorwurf hatte Bischof Rudolf Voderholzer in einer Predigt in der vergangenen Woche erhoben. Auch in anderen Zusammenhängen sind diese und ähnliche Formulierungen gefallen. So warf der Kölner Betroffenenbeirat dies der Gruppe „Maria2.0“ vor. Auch das Manifest neuer Anfang spricht in These 9 davon, in Wahrheit sei auf dem Synodalen Weg Missbrauch zur Durchsetzung einer lang bekannten, kirchenpolitischen Agenda instrumentalisiert worden. Man könne, so die Autoren des Manifest wörtlich, „das mit Fug und Recht ,Missbrauch mit dem Missbrauch‘ nennen.“ Betroffene von sexuellem Missbrauch haben auf die Kritik von Bätzing reagiert.

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Gut getroffen

„Wir und andere haben also ins Schwarze getroffen“, sagt der Publizist Bernhard Meuser auf Nachfrage gegenüber der Tagespost. „Unerlaubt“ sei exakt die Killerphrase der political correctness, fährt Meuser fort. „Statt uns mit Argumenten entgegenzutreten, mantelt sich hier Gesinnung metaphysisch auf und bedient im Grunde das gleiche Muster wie ,solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst …‘“ Robert Spaemann, so der Leiter der Youcat- Foundation weiter, habe diese Ersetzung von Vernunft durch Autorität oft beschrieben. Es ende immer mit Intoleranz und Ausgrenzung und dem verräterischen Sätzchen: „Das hätten Sie jetzt nicht sagen dürfen!“ Und was das „sehr anmaßend“ bereffe, gab Meuser dem Bischof mit folgenden Worten recht: „Ich habe sexuellen Missbrauch in der Kirche am eigenen Leib erlebt - und ich maße mir ein Urteil darüber an, ob man es ernst meint.“ 

Eigene Ziele durchsetzen

Peter Bringmann- Henselder teilte auf Nachfrage gegenüber dieser Zeitung für den Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln mit, dass man zu keinem Zeitpunkt den Synodalen Weg selbst in dieser Weise angesprochen habe. Vielmehr sei man verärgert hinsichtlich diesbezüglicher Aussagen verschiedener Gruppierungen, wie z.B. Maria 2.0 und anderer mehr. „Von diesen Gruppierungen“, so Bringmann-Henselder wörtlich, „wird der Missbrauch immer wieder ins Feld geführt, obwohl er mit den eigenen Zielen nahezu nichts zu tun hat.“ Anstatt sich auf die eigenen Ziele zu fokussieren, nehme man immer wieder den Missbrauch, da dieses Thema momentan äußerst populär sei und Aufmerksamkeit verspreche. „Solche missbräuchliche Nutzung des Missbrauchs meinen wir“, betont Bringmann- Henselder, „nicht den Synodalen Weg an sich.“ DT/pwi

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