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Corona-Exerzitien: Schöpfung im Werden

Die Übel, die uns treffen, sind somit keine Strafe Gottes, sondern sie gehören zu einer Schöpfung, die ein stetes und bisweilen schmerzliches Auf und Ab durchmacht.
Sonnenuntergang in München
Foto: Sven Hoppe (dpa) | Christen sind eingeladen, das Vergängliche als vergänglich zu erkennen und dennoch zuversichtlich mit dem Schöpfer mitzuarbeiten.

Durch die Corona-Krise werden wir damit konfrontiert, dass es Übel gibt, die nicht von Menschen verursacht sind. Erdbeben gehören auch in diese Kategorie. Der Christ fragt sich, wie er solche Ereignisse mit dem Glauben an den guten Gott in Einklang bringen kann. Der „Katechismus der katholischen Kirche“ sagt dazu: „In seiner unendlichen Weisheit und Güte wollte Gott aus freiem Entschluss eine Welt erschaffen, die ,auf dem Weg' zu ihrer letzten Vollkommenheit ist. Dieses Werden bringt nach Gottes Plan mit dem Erscheinen gewisser Daseinsformen das Verschwinden anderer, mit dem Vollkommenen auch weniger Vollkommenes mit sich, mit dem Aufbau auch den Abbau in der Natur. Solange die Schöpfung noch nicht zur Vollendung gelangt ist, gibt es mit dem physisch Guten folglich auch das physische Übel“ (Nr. 310).

Das Vergängliche als vergänglich erkennen

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Papst Franziskus hat diesen Gedanken in seiner Enzyklika „Laudato si“ aufgegriffen: „In gewisser Weise wollte Gott sich selbst beschränken, als er eine Welt schuf, die der Entwicklung bedarf, wo viele Dinge, die wir als Übel, Gefahren oder Quellen des Leidens ansehen, in Wirklichkeit Teil der ,Geburtswehen' sind, die uns anregen, mit dem Schöpfer zusammenzuarbeiten (…). Das Ziel des Laufs des Universums liegt in der Fülle Gottes, die durch den auferstandenen Christus – den Angelpunkt des universalen Reifungsprozesses – schon erreicht worden ist“ (Nr. 80 und 83).

Die Übel, die uns treffen, sind somit keine Strafe Gottes, sondern sie gehören zu einer Schöpfung, die auf dem Weg ist. Dieses "Werden", mit all seinem bisweilen schmerzlichen Auf und Ab, ist für uns Christen eine Einladung, das Vergängliche als vergänglich zu erkennen und dennoch zuversichtlich mit dem Schöpfer mitzuarbeiten, der uns einst die Fülle des Heils schenken wird in seiner ewigen Gemeinschaft. Im auferstandenen Herrn Jesus Christus sehen wir schon die Verklärung der Schöpfung.

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