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Missbrauch im Erzbistum München

Ein Jahr nach dem Gutachten. Vertreter des Erzbistums stellen die Situation ein Jahr nach dem Gutachten vor. Kardinal Marx will Ergebnisse des Synodalen Weges umsetzen.
Missbrauch im Erzbistum München
Foto: IMAGO/Theo Klein (www.imago-images.de) | Ein Jahr nach der Präsentation des zweiten Missbrauchsgutachtens zieht das Erzbistum München und Freising Bilanz. Reinhard Marx (m.) will die Beschlüsse des Synodalen Weges umsetzen.

Ein Jahr nach Veröffentlichung des Gutachtens zu sexuellem Missbrauch im Bereich der Erzdiözese München und Freising hat die Erzdiözese im Rahmen einer Pressekonferenz . über die vergangenen zwölf Monate berichtet. Dazu nahmen Reinhard Marx, Christoph Klingan, Generalvikar und Amtchefin Stephanie Herrmann Stellung. Im Rahmen der Pressekonferenz berichten ferner Pfarrer Kilian Semel, Leiter der Stabsstelle „Seelsorge und Beratung für Betroffene von Missbrauch und Gewalt in der Erzdiözese München und Freising“, sowie Christine Stermoljan, Leiterin der Stabsstelle Prävention im Erzbischöflichen Ordinariat, über ihre Arbeit. Die Pressekonferenz wurde über den Youtube- Kanal des Erzbistums live übertagen. 

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Reform der Kirche von Aufarbeitung nicht zu trennen

Das Gutachten über Missbrauch im Erzbistum von 2010 bezeichnte Kardinal Marx als großen Schritt. Der Schrecken damals sei groß gewesen über das Ausmaß sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche. Die Kirche, so Marx habe seitdem viel im Bereich der Prävention erreicht. Das habe ihnen das zweite Gutachten 2022 auch bescheinigt. Als für ihn entscheidend bezeichnete Marx persönliche Begegnungen und Gespräche, die er mit Betroffenen seit 2010 geführt habe. Auch weiterhin sei er gerne dazu bereit. Aus diesen Gesprächen lerne er viel und sei vor allem den Betroffenen dankbar, dass sie bereit seien, mit mir zu sprechen.

 

 

Der Synodale Weg, so Marx, eröffne die Möglichkeit für Umkehr und Erneuerung. Dass die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch nicht getrennt werden könne vom Weg der Veränderung, der Erneuerung und der Reform der Kirche, bezeichnete Marx als unbestritten. Die Ergebnisse des Synodalen Wegs würden, soweit sie die Kirche vor Ort beträfen, im Erzbistum München – „synodal natürlich“, so der Erzbischof wörtlich umgesetzt.

Umgesetzte Maßnahmen

Im Anschluss informierte Generalvikar Klingan über die seitdem ergriffenen Maßnahmen des Erzbistums. Dazu gehört unter anderem eine Kooperationsvereinbarung mit der Traumaambulanz der Ludwig Maximilians Universität München, in deren Rahmen acht Therapieplätze zur Verfügung stehen. Ferner gebe es eine Kooperationsvereinbarung mit zwei unabhängigen, nicht kirchlichen Beratungsstellen, die auf das Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend spezialisiert sind. Eine der Stellen der Verein Wildwasser München sei auf weibliche, die andere, das Münchner Informationszentrum für Männer, kurz Min, auf männliche Betroffene spezialisiert. Nach dem Generalvikar und der Amtschefin berichteten Pfarrer Semel über die Arbeit der Stabsstelle „Seelsorge und Beratung für Betroffene von Missbrauch und Gewalt in der Erzdiözese München und Freising“. Christine Stermoljan stellte präventive Maßnahmen des Erzbistums vor. DT/pwi

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