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Zukunft der Kirche: Priester im Nebenberuf?

Bei einer Online-Diskussion der Katholisch-Theologischen Fakultät Bochum sprachen Helmut Hoping und Hartmut Niehus über die Zukunft der Seelsorge.
Ein Sonderparkplatz für Pfarrer.
Foto: H.Tschanz-Hofmann via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Ein Sonderparkplatz für Pfarrer. Wie Seelsorge in der Zukunft aussieht - und welche Rolle Priester dabei spielen könnten - diskutierten Theologen bei einer Online-Diskussion.

Warum braucht die Kirche überhaupt Priester? Eine Online-Veranstaltung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum unter der Leitung von Matthias Sellmann vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung (zap) mit gut 150 Teilnehmern bot kürzlich Impulse und eine Diskussion über die Zukunft der Seelsorge. 

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Michael Niehus, Pfarrer der Pfarrei St. Mauritius Ibbenbüren, vormaliger Regens des Bistums Münster und langjähriger Sprecher der Regentenkonferenz legte in seinem Impulsreferat ein klares Bekenntnis zur priesterlichen Seelsorge ab. Eine Absage an Priester als Träger der Seelsorge, wie sie auf dem Synodalen Weg diskutiert worden ist, hält er nicht für zielführend. Gleichwohl stand die Frage im Raum, welche Konsequenzen es hat, wenn eine Seelsorge abseits des Pfarrers entsteht. 
Niehus zufolge läuft die Kirche ohne Priester Gefahr, ihre Berufung zu verlieren. Der Priester erinnert durch sein Lebensbeispiel daran, dass Gott der dinglich Handelnde ist. Das Weihesakrament ist laut Niehus ein Geschenk an die Gläubi-gen. Kritisch beurteilt er das Modell der kirchensteuerfinanzierten Struktur der Kirche und regt an, dass Priester künftig ihren Lebensunterhalt durch eine Berufstätigkeit bestreiten und wie alle anderen Gemeindemitglieder nebenamtlich Seelsorge betreiben sollen.

Gerber: Neubelebung geistlicher Berufe nicht erwartbar

Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping stimmte mit Niehus in der Abkehr vom Servicedenken überein. Das Weihesakrament aufzugeben ist für ihn nicht denkbar, wohl aber Seelsorge durch dafür befähigte Laien. Auch Hoping plädierte für unbezahlte Priester im Nebenberuf und forderte ein Nachdenken über den Zölibat. 
In der Fragerunde thematisierten die Teilnehmer das Plausibilitätsproblem für die Rechtfertigung der Kirchensteuer, wenn Hauptamtliche sich ihrer Arbeit entledigten und diese anderen überließen. In der Debatte um die Förderung von Priesterberufen stellte Bischof Gerber klar, dass geistliche Berufe insgesamt stark rückläufig seien. Ihre Neubelebung ist aus seiner Sicht derzeit nicht zu erwarten. Zwar gebe es gute Initiativen, aber keine wirkliche Antwort.

Hoping äußerte Verständnis für die These, dass Professionalität und nicht das Weiheamt als entscheidend erfahren werde. Er zeigte sich zugleich überzeugt, dass dies vor allem daran liege, dass Priester als Seelsorger nicht mehr erlebt würden und sie nicht mehr auf die Mitte des kirchlichen Lebens, die Liturgie verwiesen. Insofern seien die neuen Strukturen in der ordentlichen Seelsorge ursächlich für die Entwicklung verantwortlich. DT/reg

Lesen Sie den vollständigen Bericht von der Online-Diskussion in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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