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In Köln wird ausgesiebt

Demo statt Karneval. Selbsternannte Reformer verlieren auch in der Kirche plötzlich ihre Relevanz. Jetzt ist anpacken angesagt.
Rosenmontag - Friedensdemonstration in Köln
Foto: Oliver Berg (dpa) | Statt Karneval zu feiern, wird für den Frieden demonstriert. In der Kirche verschieben sich nicht nur in Köln durch den Krieg plötzlich die Perspektiven.

Bis gestern galt es in Teilen rheinischer Kirchenkreise als heilige Christenpflicht, sich lautstark über den Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Woelki zu echauffieren. Über Nacht hat der Krieg in der Ukraine die Prioritäten verändert. Ärmel hochkrempeln und Gebet statt klagen und fordern ist jetzt angesagt. Der deutsch-ukrainische Verein „Blau-gelbes Kreuz“ in Köln ist der Sympathieträger der Stunde, von Maria 2.0 und dem Kölner Diözesanrat redet niemand mehr.

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Demo statt Karneval

Sogar das am Rhein mächtige Festkomitee Kölner Karneval lässt die geplante Rosenmontagsparty im Stadion sausen und lädt zur Friedensdemonstration in die Innenstadt ein. Auf dem Domplatz erwarten die Menschen die Nationalflaggen der Ukraine statt Bischofskarikaturen und missmutige Feministinnen. Viele Gläubige haben sich von der Welle der bürgerlichen Hilfsbereitschaft anstecken lassen und sammeln Hilfsgüter für die Ukraine statt Unterschriften für oder gegen was auch immer. Neben dem Drama der Weltgeschichte verblassen die Beschlüsse des Synodalen Wegs.

Ouellet beim Papst 

Natürlich löst  Weltpolitik keine Kirchenkrise. Am Samstag war der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, bei Papst Franziskus. Dass sich der derzeit erkrankte Pontifex dafür Zeit nahm, lässt auf Dringlichkeit schließen. Aber fraglos stehen am Aschermittwoch – dann endet Woelkis Auszeit – in Köln andere Sorgen im Vordergrund als der Radikalumbau der Kirche. Die synodalgesteuerte Selbstbeschäftigung ist endgültig begründungspflichtig geworden – und das gilt nicht nur für Köln.

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