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Christliche Anthropologie statt synodaler Glasperlenspiele

Erneut hält der Nuntius ein beeindruckendes Grußwort an die versammelten Bischöfe und setzt damit seinen Lehrzyklus fort.
Nikola Eterović hielt erneut ein Grußwort mit beeindruckender Klarheit.
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Nuntius Erzbischof Nikola Eterović hielt erneut ein Grußwort mit beeindruckender Klarheit.

Gendermainstreaming gehört zu den Lagerfeuern des Synodalen Weges. Mehr und mehr dringt die Genderideologie auch in das praktische Handeln der Kirche vor. Im Umfeld der Genderideologie schleicht sich auch die LGBT- Agenda immer weiter in die kirchliche Praxis hinein. Der Abschied von der christlichen Anthropologie erfolgt leise, schleichend und unaufhaltsam.

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Auf eine lehrmäßige Korrektur der deutschen Bischöfe wartet man zumeist leider vergeblich. Provokative Segnungen, wie jüngst in Köln, nimmt man inzwischen in allen kirchlichen Lagern schulterzuckend zur Kenntnis. Auch Bischöfe reagieren kaum noch. Stattdessen überlegt man, wie man dritte und weitere Geschlechter in Taufbücher unterbringen könnte. Umso bemerkenswerter ist erneut das Grußwort des Nuntius Erzbischof Nikola Eterović. Es ist wieder einmal von beeindruckender Klarheit. 

Lehre der Kirche 

Ausgehend von der Schöpfungstheologie über die jüngere Lehrtradition der Kirche bis hin zum aktuellen Pontifikat entfaltet der Nuntius in seinem jüngsten Grußwort an die deutschen Bischöfe einen beeindruckenden Lehrvortrag zur christlichen Anthropologie. Wie sind Männer, Frauen, Kinder, die Ehe und die Familie an sich und aufeinander hin geordnet? Was lehrt das jüngste Konzil dazu? Was lehren die Päpste der vergangenen Jahrzehnte?

Klare Wort dazu fand auch Papst Franziskus schon mehrfach, indem er in seiner ihm eigenen Diktion von „ideologischer Kolonisierung“ sprach. Neue westliche Ideen, die konträr zur Lehre der Kirche stehen, die die Person und das Geschlecht und das Zusammenleben der Menschen in eine völlige Beliebigkeit hinein dekonstruieren, haben Einzug in viele kirchliche Bereiche gefunden. Nicht selten werden solche Ideen mit kirchlichen Hilfsangeboten für Afrika und Lateinamerika verknüpft. Aber auch Europa selbst wird ideologische kolonialisiert. Diversität hört sich zwar nett an, sie ist aber nicht nett und sie zerstört die Familien. Das stört den Papst. Den Nuntius auch.

Katechese für Bischöfe 

Darum erklärt er es den deutschen Bischöfen. Die Grußworte, die der Nuntius in den letzten Jahren bei den Versammlungen der Bischöfe hielt, gleichen einem fortgesetzten Lehrzyklus für schwächelnde Hirten. Da er sich bei den Bischöfen kaum offene Ohren erhoffen darf, lesen sich die Grußworte wie Hirtenbriefe. Zwar werden sie den Hirten vorgelesen, aber als Adressaten scheint der Nuntius viel eher die mündigen Schafe in Deutschland im Blick zu haben. Vieles an Glaubenswissen ist im Volk längst verloren gegangen. Die Menschen hungern aber nach der Wahrheit und nach Weisung aus dem Glauben.

Mit der abschließenden Mahnung, dass der Lackmustest für die Achtung aller Rechte die Religionsfreiheit sei, macht der Nuntius klar, dass die Lage wirklich ernst ist. Schwächen wir die freie Religionsausübung, schwächen wir die Verkündigung der Wahrheit, dann schwächen wir die Freiheit selbst. Er sagt es nicht expressis verbis, aber jeder, der Ohren hat, hört es nur zu deutlich mitschwingen: Die Lage ist ernst und die deutschen Bischöfe spielen weiterhin ihre synodalen Glasperlenspiele. 

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