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Bamberg: Gössl tritt offiziell sein neues Amt an

Kommenden Samstag wird der bisherige Weihbischof von Bamberg in sein neues Amt als Erzbischof eingeführt.
Herwig Gössl tritt sein Amt an
Foto: picture alliance/dpa | Daniel Löb | Der neue Erzbischof von Bamberg, Herwig Gössl, ist überzeugt: „Auf die Position der Kirchen kann man sich verlassen.“

Herwig Gössl wird am kommenden Samstag offiziell in sein neues Amt als Erzbischof von Bamberg eingeführt. Wie die katholische Nachrichtenagentur (KNA) heute berichtet, werden zu dem Gottesdienst im Dom auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zahlreiche Bischöfe erwartet.  

Seit November 2022, dem Zeitpunkt des Rücktritts von Erzbischof Ludwig Schick, hat Gössl  die Verwaltung der fränkischen Erzdiözese geleitet. Ende 2023 hat ihn Papst Franziskus dann zum neuen Erzbischof von Bamberg ernannt.

Gössl verteidigt Zölibat

Gössl gilt als moderater Konservativer. Er könne sich aktuell weder die Weihe von Frauen vorstellen noch, dass an der zölibatären Lebensform für Priester gerüttelt werde. Gössl verteidigt das Zölibat und kritisiert, dass Priester bei dem Thema unter Rechtfertigungsdruck geraten. Wörtlich sagte er gegenüber der KNA: „Nicht nur die Kirche als Institution, sondern der Priester muss sich rechtfertigen dafür, dass er so lebt. Aber wir sollten doch dafür einstehen, dass jeder die Lebensform leben kann, für die er sich entschieden hat!“ 

Zum Thema Frauen in der Kirche erklärte er, dass schon etliche Leitungsposten in der Verwaltung seiner Erzdiözese mit Frauen besetzt seien. Und zwar nicht, um Quoten zu erfüllen, „sondern weil man gesagt hat, wir vergeben die Posten an die Menschen, die die größte Kompetenz dafür haben“. Das sei kein Feigenblatt, „es ist schon einiges geleistet worden“ für Frauen, so Gössl. 

Auf die Position der Kirchen kann man sich verlassen

Grundsätzlich zeigt sich der neue Erzbischof entspannt, was die Lage der Kirche insgesamt betrifft. So empfiehlt er etwa, auf die Ende 2023 vorgestellte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung „unaufgeregt“ zu reagieren. Er habe auch keine Lösungen parat, aber man müsse überlegen, welche Möglichkeiten es für die Kirche gebe. 

Sicher gelte es vor dem Hintergrund schwindender Mitgliederzahlen, auf personelle und finanzielle Ressourcen zu achten. Aber dass die Kirche an Relevanz verliere, glaube er nicht. Mit Blick auf den akteullen Einsatz für Demokratie, sagte er: „Auf die Position der Kirchen kann man sich verlassen.“

Gössls Ernennung wird mit Wohlwollen begleitet

Gössl ist 1967 in München geboren und in Nürnberg aufgewachsen. 1986 trat er in das Bamberger Priesterseminar ein und war dort bis zur Ernennung zum Erzbischof Weihbischof von Bamberg. Seine Ernennung zum Erzbischof ist auf Wohlwollen gestoßen. „Er kann zuhören und gemeinsam Lösungen finden. Das wird auch für die Ökumene fruchtbar sein“, sagte beispielsweise die Bayreuther evangelische Regionalbischöfin Dorothea Greiner.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, schrieb: „Ich bin mir sicher, dass Du mit Deiner Art, Priester, Bischof und Mensch zu sein, viele Herzen erreichen wirst. Dein Wort wird gehört und Dein Engagement geschätzt.“  DT/dsc

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