Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Beisetzung von Stadtdechant Wolfgang Picken

Woelki hält Requiem für verstorbenen Stadtdechanten Picken

Der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken wird am Samstag im Bonner Münster beigesetzt. Er erlag am Wochenende einer hochaggressiven Krebserkrankung.
Requiem für Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken
Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg | Der Bonner Stadtdechant sei "allzeit ein engagierter Streiter für den Glauben und für die Gläubigen" gewesen, so Kardinal Woelki.

Der am Wochenende verstorbene Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken wird am Samstag beigesetzt. Wie die katholische Nachrichtenagentur (KNA) am Dienstag bekannt gab, wird der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki dem Requiem vorstehen. Der Gottesdienst findet um 10 Uhr im Bonner Münster, die anschließende Beisetzung in der Gruft der Münsterpfarrer im Kreuzgang statt. 

Seit Sonntag können sich Trauernde in der Krypta der Münsterbasilika von Picken verabschieden. Für viele unerwartet starb Picken einen Tag vor seinem 57. Geburtstag an einer kurzen, aber hochaggressiven Krebserkrankung.

Beileidsbekundungen auch von Protestanten

Kardinal Woelki hatte bereits am Samstag auf den Tod Pickens reagiert. Auf der Internetseite des Bistums war zu lesen: „Als Münsterpfarrer, als Stadtdechant von Bonn und als Priester und Seelsorger war Wolfgang Picken allzeit ein engagierter Streiter für den Glauben und für die Gläubigen.“

Von Seiten des Stadtdekanats und der Pfarrei, die Picken geleitet hatte, hieß es: „Im Gebet und in Gedanken sind wir bei seiner Familie und bei den vielen Menschen, die sein so plötzlicher Tod sprachlos zurücklässt.“ Man sei erfüllt von „unfassbarem Schmerz und großer Trauer“. Auch von evangelischer Seite in Bonn und Umgebung gab es Beileidsbekundungen. Superintendent Dietmar Pistorius erklärte, mit ihm verliere die Ökumene einen wichtigen Dialogpartner.

Kritiker des Synodalen Weges

Picken war Mitglied der Synodalversammlung des Synodalen Weges. Er hat sein Mandat vor einem Jahr mit der Begründung niedergelegt, es fehle Transparenz, und die Einheit mit der Weltkirche würde leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Außerdem sagte er: „Man musste über weite Strecken den Eindruck gewinnen, dass die Zielsetzungen des ,Synodalen Weges' bereits vorher festgelegt worden waren.“ 

Außerdem war Picken bekannter Kritiker der von Kardinal Woelki ins Leben gerufenen Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT). Gemeinsam mit anderen ranghohen Priestern forderte er, dass die KHKT auf den Prüfstand gestellt wird. Das Angebot an katholischer Theologie an vier staatlichen Universitäten im Erzbistum Köln sei quantitativ ausreichend und qualitativ anerkannt.

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Picken studierte katholische Theologie, Philosophie sowie Politik- und Sozialwissenschaften. Kardinal Joachim Meisner weihte ihn 1993 zum Priester. Seit 2019 war er Stadtdechant von Bonn und Pfarrer der Münsterbasilika Sankt Martin. Im selben Jahr erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Außerdem war er Mitglied der Konferenz der Stadt- und Kreisdechanten sowie des Priester- und Diözesanpastoralrats im Erzbistum Köln. Im vergangenen Jahr hatte er einen Lehrauftrag an der Philosophischen Fakultät der Uni Bonn.  DT/dsc

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Erzbistum Köln Evangelische Kirche Joachim Meisner Kardinäle Katholische Theologie Kölner Hochschule für Katholische Theologie Pfarrer und Pastoren Protestanten Rainer Maria Woelki

Weitere Artikel

Weltkirche in Köln, das bietet die KHKT als Hochschule der theologischen Wissenschaft. Sie verhilft angehenden Theologen aus 28 Ländern, ihren Glauben zu verstehen und zu leben.
23.02.2026, 07 Uhr
Elisabeth Hüffer
Immer mehr Theologiestudenten meiden staatliche Universitäten. Doch das Interesse an der akademischen Theologie ist keineswegs tot.
19.02.2026, 11 Uhr
Regina Einig

Kirche

„Man hat einander vertraut und das Vertrauen war so, dass man auf Kontrolle verzichtet hat“: Der emeritierte Eichstätter Oberhirte gibt Einblick, wie es zur Veruntreuung kommen konnte.
17.03.2026, 17 Uhr
Esther von Krosigk
Der neue Nahostkrieg setzt die religiöse Minderheit unter Druck. Viele erwägen sogar eine Auswanderung.
17.03.2026, 13 Uhr
Meldung
Trendwende in Sicht? Das lange Absterben der Volkskirche dominiert immer noch die Kirchenstatistik. Aber es gibt ein sehr reales Hoffnungszeichen.
17.03.2026, 11 Uhr
Jakob Ranke