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"Wir werden über Leitung und Beteiligung konkret reden müssen"

In einer Stellungnahme erklärt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf seine Position zum Umgang der Kirche mit Frauen.
Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz
Foto: Harald Oppitz (KNA) | Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf: "Im Gespräch bleiben".

Die Aktion Maria 2.0 hat einiges in Bewegung gebracht. Wie viele deutsche Bischöfe erhielt auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf in diesem Zusammenhang zahlreiche Anfragen zum Umgang der Kirche mit Frauen. Nun geht Kohlgraf auf die angesprochenen Fragestellungen ein.

Mehr Beteiligung von Frauen angestrebt

Eingangs räumt der Mainzer Bischof ein, dass es "in den Leitungsaufgaben unseres Bistums zu wenige Frauen" gebe. "Das stellt mich nicht zufrieden, und es wird Zeit brauchen, bis hier gerechtere Verhältnisse herrschen", so Kohlgraf. Ergänzend führt er zu den angestrebten Veränderungen aus: "Auf dem Pastoralen Weg werden wir über Leitung und Beteiligung konkret reden müssen, und es wird nicht beim Reden bleiben dürfen. Verschiedene Anfragen dazu waren jetzt Ursache dafür, dass ich das Thema in eine der Teilprojektgruppen des Pastoralen Weges eingebracht habe. Das kann natürlich nur ein Anfang sein. Die Berufsrollen der Priester und anderer Hauptamtlicher werden sich in einer Art verändern, die wir jetzt noch nicht absehen können."

Doch Weiheämter bleiben ausgenommen

Als Bischof nehme er "jedoch auch eine andere Seite wahr, die ich nicht einfach ignorieren und verschweigen kann" – Peter Kohlgraf meint die kirchenrechtliche Verbindlichkeit der Bestimmungen zur Priesterweihe, die Männern vorbehalten ist: "Papst Johannes Paul II. hat die Forderung nach einer Zulassung der Frauen zu den kirchlichen Ämtern mit hoher lehramtlicher Autorität ausgeschlossen, indem er sich auf die Praxis und den Willen Jesu beruft und damit die endgültige Unmöglichkeit einer Veränderung der kirchlichen Praxis betont. Das bedeutet, dass kein Papst einfach diese Entscheidung kippen kann. Es bedürfte meines Erachtens eines Konzils der Weltkirche, um überhaupt neu an diese Frage heranzugehen. Papst Franziskus hat ebenfalls davon gesprochen, dass diese Tür geschlossen sei. Auch mein Vorgänger, Kardinal Lehmann, hat sich wiederholt so geäußert", führt der Mainzer Bischof die Sachlage aus. Er sehe "in dieser Frage derzeit keine realistische Perspektive der Veränderung".

Appell zum Dialog

Die Stellungnahme schließt mit einem Appell zum Dialog: "Mir ist es grundsätzlich wichtig, auch über diese Fragen im Gespräch zu bleiben, vor allem aber, dass wir einander zu verstehen versuchen, auch dort, wo wir unterschiedliche Einschätzungen vertreten".

DT (jobo)

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