Weltreligionen

Papst ruft zum Einsatz für den Frieden auf

Frieden schaffen ohne Waffen: Papst Franziskus wirbt auf Weltkongress der Religionen für mehr Geschwisterlichkeit.
Papst Franziskus auf dem Weltkongress der Religionen
Foto: IMAGO/Vatican Media (www.imago-images.de)

In seiner Abschlussansprache auf dem „Kongress der Führer der weltweiten und traditionellen Religionen“ in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan hat Papst Franziskus die Teilnehmer am heutigen Donnerstag zum Einsatz für den Frieden aufgerufen.

In seiner Rede erinnerte der Papst an den Ursprung des Kongresses zu Beginn des Jahrtausends. Unter dem Eindruck der Terroranschläge vom elften September 2001 sei es notwendig gewesen, die „wahre Essenz der Religionen“ zu bekräftigen und durch die Verurteilung von Terrorismus, Extremismus und religiös begründetem Nationalismus den Bedenken gegenüber den Religionen als solchen entgegenzutreten. Auch heute gelte, dass Aufstachelung zu Hass, Feindseligkeit, Gewalt und Krieg nichts mit authentischem religiösem Geist zu tun hätten.

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Wichtig sei es, für echte Religionsfreiheit einzutreten: Weder dürfe die Religion in die Privatsphäre verbannt, noch die Transzendenz in den Dienst irdischer Macht genommen werden. Als gemeinsamen „Schnittpunkt“ der Religionen identifizierte der Papst den Menschen selbst, dessen Wohl den Vorrang vor strategischen, militärischen und wirtschaftlichen Interessen haben müsse. Das gemeinsame Erbe der Religionen liege in Transzendenz und Geschwisterlichkeit, die es zu bezeugen gelte.

Frieden, Respekt und Bildungschancen

Abschließend hob der Papst drei Themen der gemeinsamen Erklärung des Weltkongresses nochmals hervor. So sei es Sache aller Gottgläubigen, sich bei der Verbreitung friedlichen Zusammenlebens besonders hervorzutun. An die Adresse der Staats- und Regierungsoberhäupter der Welt sagte er: „Wir bitten euch im Namen Gottes und zum Wohle der Menschheit: Setzt euch für den Frieden ein, nicht für die Rüstung! Nur wenn ihr dem Frieden dient, wird euer Name in der Geschichte groß bleiben.“ Zudem solle die Frau mehr respektiert, anerkannt und einbezogen werden, da sie „der Welt Fürsorge und Leben“ gebe. Schließlich sei es wichtig, jungen Menschen statt Waffen Bildungschancen an die Hand zu geben, und bei der Errichtung der Welt an sie zu denken.

Mit dem heutigen Tag endet die auch als „Weltkongress der Religionen“ bezeichnete interreligiöse Zusammenkunft. Im Vorfeld war zunächst spekuliert worden, ob es im Rahmen des Kongresses zu einem Treffen zwischen Franziskus und dem russischen Patriarchen Kyrill kommen könnte. Dieser hatte seine bereits zugesagte Teilnahme allerdings kurzfristig wieder abgesagt. DT/jra

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