Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung JEREWAN

Kampfpause zwischen Armenien und Aserbaidschan

Nach armenischen Angaben haben die verfeindeten Nachbarn nach einer zweitägigen, blutigen Eskalation eine Waffenruhe vereinbart.
Freiwillige sammeln für die Front
Foto: IMAGO/Asatur Yesayants | Freiwillige sammeln Hilfsgüter für Armenische Soldaten, die an der Grenze zu Aserbaidschan kämpfen.

Nach zwei Kriegstagen verkündete der Sekretär des armenischen Sicherheitsrates, Armen Grigorjan, am Mittwochabend eine Waffenruhe mit dem Nachbarstaat Aserbaidschan. Ab 20 Uhr Ortszeit gelte das Übereinkommen mit dem feindlichen Nachbarland. Mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft sei eine Vereinbarung erzielt worden. Von Seiten Aserbaidschans ist bis jetzt noch keine Bestätigung dazu erfolgt.

Beschuss bereits am Abend zurückgegangen

Bereits am Abend sei der Beschuss im Grenzgebiet zurückgegangen. Laut den armenischen Behörden sind im Laufe der zweitägigen Kämpfe mehr als 100 Armenier, überwiegend Soldaten, getötet worden. Das aserbaidschanische Militär hat nach eigenen Angaben 54 Tote zu beklagen. Nach dem zweitägigen Konflikt seien knapp 50 Quadratkilometer des armenischen Territoriums in den Händen der Aserbaidschaner, heißt es.

Lesen Sie auch:

Der armenische Premierminister, Nikol Paschinjan, gerät zunehmend unter Druck. In der Hauptstadt haben am Abend einige tausend Demonstranten seinen Rücktritt verlangt. Demonstranten werfen dem Regierungschef Nachlässigkeit in der Bedrohung durch Aserbaidschan vor.

Armenien hatte zu Beginn des Konflikts um die Unterstützung durch das Verteidigungsbündnis „Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit“ (OVKS) gebeten. Dieses von Moskau geleitete Bündnis ehemaliger Sowjetrepubliken hatte mit der Entsendung einer „Erkundungsmission“ geantwortet, die am Donnerstag im Konfliktgebiet eintreffen sollen. Die Waffenruhe kam auf Vermittlung von UNO und Europäischer Union zustande.
DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung UNO Waffenruhen

Weitere Artikel

Beim Besuch Nikol Paschinjans lobt Friedrich Merz Armeniens Reformkurs – schweigt aber über die politisch motivierte Verfolgung der Kirche. Dort sitzen vier Bischöfe in Haft.
09.12.2025, 19 Uhr
Marco Gallina
Immer wieder spricht Leo XIV. die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen an. Wir veröffentlichen eine Reihe seiner deutlichsten Appelle.
24.12.2025, 14 Uhr
Redaktion

Kirche

Papst Leo XIV. behandelt das letzte Konzil bei seinen Audienzansprachen. Dabei zeigt er sich als ein vorsichtiger Brückenbauer.
16.01.2026, 15 Uhr
Urs Buhlmann
Er widersetzte sich der arianischen Lehre im vierten Jahrhundert. Kaiserliche Beamte nahmen den heiligen Melas von Rhinokorura darum fest. Zuvor bewirtete er sie wie Gäste.
16.01.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Der Pontifex setzt auf geistliche Autorität, präzise Analyse und ein Lehramt, das Einheit, Menschenwürde und Wahrheit verteidigt.
15.01.2026, 17 Uhr
Franziska Harter
Die Weichenstellung beim ersten großen Konsistorium von Leo XIV. betraf nicht die Inhalte der Beratungen, sondern den Stil der Kirchenführung.
15.01.2026, 07 Uhr
Guido Horst